Aktuelle Meldungen

Das Uniklinikum Würzburg sucht gesunde Proband*innen

Im Zusammenhang mit der Forschung zur Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry sucht das Uniklinikum Würzburg gesunde Proband*innen als Vergleichsgruppe. Neben dem guten Gefühl, einen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt zu leisten, winkt eine Vergütung von 80 Euro.

Expert*innen des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) untersuchen Patient*innen mit der seltenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry. „Um unsere Ergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen, müssen wir diese mit denjenigen gesunder Probandinnen und Probanden vergleichen“, berichtet Prof. Dr. Mirko Pham. Der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des UKW fährt fort: „Deshalb suchen wir weiterhin gesunde Freiwillige, mit denen wir klinische Untersuchungen und eine Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule durchführen wollen. Bei dieser sogenannten Kernspintomographie kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz.“Die Untersuchungen finden in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Claudia Sommer und Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, führenden Schmerzforscherinnen der Neurologischen Klinik des UKW, statt.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Die gesuchten Proband*innen sollten zwischen 30 und 70 Jahren alt sein und dürfen keine psychiatrischen oder neurologischen Vorerkrankungen aufweisen. Für die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zudem wichtig: keine Metallimplantate, Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Cochlea-Implantate oder Metallsplitterverletzungen. Außerdem sollten die in Frage kommenden Personen nicht in der metallverarbeitenden Industrie arbeiten und keine Platzangst haben.

80 Euro Vergütung
Neben der MRT-Untersuchung erwarten sie Fragebögen, eine Blutentnahme, eine Sensibilitätsprüfung der Haut, eine Nervenmessung und zwei, etwa vier Millimeter kleine Hautentnahmen am Bein in örtlicher Betäubung. Die Untersuchungen dauern insgesamt mindestens zwei Stunden an einem oder zwei Terminen. Vergütet wird die Teilnahme pauschal mit 80 Euro.Interessierte wenden sich bitte vorzugsweise an die E-Mail-Adresse forschung.nrad@ ukw.de oder rufen werktags zwischen 8:30 und 16:00 Uhr an unter Tel: 0931/201-34805.

Plötzlicher Herzstillstand bei Sportler*innen - Stellungnahme der DGK

Plötzlicher Herzstillstand bei Sportler*innen

Als Reaktion auf das vielbeachtete Ereignis um den dänischen Fußballprofi Christian Eriksen hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) eine Stellungnahme zum Thema abgegeben. Von ca. 65000 solcher Ereignisse in Deutschland enden die meisten für den/die Betroffenen leider tödlich. Die DGK verweist allerdings auf die Seltenheit eines solchen Ereignisses bei medizinisch gut untersuchten Profisportler*innen. Wesentlich häufiger tritt ein plötzlicher Herzstillstand bei Hobbysportler*innen auf, mögliche Ursache ist hier eine unerkannte kardiale Erkrankung (Herzmuskelentzündung, koronare Herzerkrankung) die ein Kammerflimmern auslöst. Wird man Zeuge eines solchen Ereignisses, so zählt jede Minute. Bei fehlendem Puls oder unregelmäßiger Atmung muss nach Alarmierung des Rettungsdienstes (112) sofort mit Reanimationsmaßnahmen begonnen werden (Zyklus: 30 Kompressionen des Thorax gefolgt von 2x Mund-zu-Mund Beatmung). Ist ein Defibrillator greifbar, so sollte dieser zur Anwendung kommen. Allgemein gilt: Unser richtiges Handeln erhöht die Chance eines/einer Betroffenen, einen plötzlichen Herzstillstand zu überleben, deutlich! Daher im Falle des Falles: Hand aufs Herz! (U.Dischinger)

Alles dazu lesen Sie in der Pressemitteilung der DGK.

https://intranet.ukw.de/KalenderHub/Documents/Medizin%20I/DGK-PM_Sport_Herzstillstand.pdf.

 

 

Potenzieller Ansatzpunkt für eine Sepsis-Früherkennung entdeckt

Würzburger Forscherinnen und Forscher konnten nachweisen, dass schon im Frühstadium einer Sepsis ein Rezeptor auf den Thrombozyten der Betroffenen seine Funktion verliert. Möglicherweise ist dieses Phänomen eine Chance auf die Entwicklung einer Frühdiagnose der oft lebensbedrohlichen Blutvergiftung.

Bei einer Sepsis, die umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt wird, schädigen die Abwehrreaktionen des Körpers gegen eine Infektion die eigenen Gewebe und Organe. „Unsere hauptsächlichen therapeutischen Anstrengungen bei der Sepsis zielen darauf ab, ein Multiorganversagen zu verhindern“, schildert Privatdozent Dr. Dirk Weismann. Der Leiter der internistischen Intensiv- und Notfallmedizin der Medizinischen Klinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Leider können wir mit den aktuellen Labordiagnoseverfahren eine Sepsis erst zuverlässig erkennen, wenn der Organschaden schon relativ groß ist.“

Der Glykoproteinrezeptor GPVI versagt den Dienst

Zu den diagnostisch genutzten Parametern zählt das Absinken der Anzahl der Blutplättchen – oder auch Thrombozyten – unter einer Sepsis. Während dieser Effekt schon seit Jahren bekannt ist, verfolgte ein Forschungsteam um Dr. Weismann und Prof. Dr. Harald Schulze vom Institut für Experimentelle Biomedizin des UKW kürzlich die Frage, ob sich bei einer Sepsis auch die Funktionsfähigkeit der Thrombozyten verändert. Tatsächlich konnten sie zeigen, dass im Verlauf einer Blutvergiftung die Thrombozyten nicht nur weniger werden, sondern sie sich auch schlechter aktivieren lassen. Über eine umfassende Analyse mittels Durchflusszytometrie, Aggregometrie und Immunoblotting identifizierten sie dabei das Versagen eines Rezeptors auf der Oberfläche der Blutplättchen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit für dieses Phänomen verantwortlich ist. Die Signalisierung des Glykoproteinrezeptors GPVI stumpft während einer Sepsis zunehmend ab.„Besonders interessant ist, dass dieser Effekt schon zu Beginn der Sepsis einsetzt, deutlich früher als andere bisher messbare Faktoren“, erläutert Dr. Weismann. Deshalb könnte dieser Defekt möglicherweise als Indikator für eine frühe Sepsis-Diagnose genutzt werden, was jedoch in prospektiven Studien erst noch bestätigt werden müsse.Die Ergebnisse der Studie wurden im April dieses Jahres in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht.

Literatur

Weiss LJ, Manukjan G, Pflug A, Winter N, Weigel ML, Nagler N, Kredel M, Lam TT, Nieswandt B, Weismann D, Schulze H.
Acquired platelet GPVI receptor dysfunction in critically-ill patients with sepsis.
Blood. 2021 Apr 7:blood.2020009774. doi: 10.1182/blood.2020009774.

Prof. Dr. Harald Schulze und Privatdozent Dr. Dirk Weismann planen weitere Analysen aus tiefgefrorenen Blutproben von Sepsis-Patienten.
Prof. Dr. Harald Schulze (links) und Privatdozent Dr. Dirk Weismann planen weitere Analysen aus tiefgefrorenen Blutproben von Sepsis-Patienten.

Vorhang auf für die Nieren!

Würzburger Nephrologe Christoph Wanner ruft als Präsident der ERA-EDTA europaweite Nierenkampagne ins Leben

Bei jedem zehnten Erwachsenen in Europa ist die Nierenfunktion eingeschränkt. Viele Betroffene ahnen aber nichts von ihrer fortschreitenden Nierenschwäche. Symptome spüren sie oft erst, wenn sie bereits einen Großteil ihrer Nierenfunktion verloren haben. Das ist fatal: Denn Nieren können sich nicht mehr von der Störung erholen. Es drohen nicht nur eine Dialyse oder gar eine Transplantation, sondern auch zahlreiche weitere Erkrankungen. Um das Bewusstsein für die Bedeutung unserer Nieren zu schärfen und der Bevölkerung zu zeigen, wie sie ihre Nieren schützen können, hat Prof. Dr. Christoph Wanner, Leiter der Nephrologie am Uniklinikum Würzburg, gemeinsam mit der Europäischen Gesellschaft für Nephrologie ERA-EDTA die European Kidney Health Awareness Days ins Leben gerufen. Im Mai bis zum Nierenkongress Anfang Juni in Berlin finden in ganz Europa Aktionen statt.

Spotlight auf unsere Nieren. Sie haben es verdient. Im öffentlichen Bewusstsein liegen die Nieren nämlich oft im Schatten von Herz und Lunge. Dabei sollte den paarig angelegten bohnenförmigen Organen im oberen hinteren Bauchraum mindestens genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn sie leisten Schwerstarbeit. Unsere Nieren filtern täglich 1.800 Liter Blut. Alle fünf Minuten strömt das gesamte Blut unseres Körpers durch die Nieren. Wie eine Kläranlage reinigen die Nieren unser Blut von Giftstoffen und Abfallprodukten. Diese werden später mit dem Harn ausgeschieden. Neben der Entgiftung sorgen die Nieren für einen ausgeglichenen Wasser- und Salz-Haushalt. Sie regulieren unseren Blutdruck, die Blutbildung, erzeugen lebenswichtige Hormone und sorgen für gesunde Knochen. Genügend Gründe, um regelmäßig zu prüfen, ob es ihnen gut geht.

Gesunder Lebensstil und regelmäßige Nieren-Check-ups

Das geschieht Christoph Wanner zufolge aber leider viel zu selten. Deshalb hat er als Präsident der „Europäischen Gesellschaft für Nephrologie“ (ERA-EDTA - European Renal Association – European Dialysis and Transplant Association) die europaweite Kampagne „Strong Kidneys“ ins Leben gerufen. „Mit den European Kidney Health Awareness Days “Strong Kidneys” sollen so viele Personen wie möglich in ganz Europa erreicht werden. Wanner: „Wir möchten der Allgemeinbevölkerung zeigen, wie faszinierend und wertvoll unsere Nieren sind, und wie man mit gesunder Ernährung, Bewegung, Achtsamkeit und einem Nierentest bei Menschen mit Risiko seine Gesundheit stärken kann.

Unsere Nieren leiden zunächst leise. Wir spüren es anfangs kaum, wenn die Funktion nachlässt. Hinzu kommt, dass die Anzeichen für eine Nierenerkrankung zu Beginn nicht spezifisch sind. Wer denkt schon bei anhaltender Müdigkeit, geschwollenen Beinen und Augen, Muskelkrämpfen und Knochenschmerzen, jucken der Haut und Appetitlosigkeit direkt an eine Nierenerkrankung?

Nierenprobleme frühzeitig entdecken, bevor es zu spät ist


Eine Schlüsselrolle beim Screening und der Risikominimierung haben daher die Hausärzte. „Ihnen möchten wir eine regelmäßige Früherkennung bei ihren Patienten nahelegen. Wird eine chronische Nierenerkrankung rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt, kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt oder sogar gestoppt werden und das Risiko der damit verbundenen Komplikationen verringert werden“, so Wanner.
Ein systematisches und regelmäßiges Nierenscreening ist vor allem für Diabetiker und Menschen mit erhöhtem Blutdruck unerlässlich. Denn Zucker und Bluthochdruck bedrohen die Nieren, ebenso wie starkes Übergewicht und Vorerkrankungen.
Ein Nierentest beinhaltet zwei Prüfungen, einen Urintest auf Eiweiß, das so genannten Albumin, und eine Blutabnahme zur Messung des Kreatinin-Wertes. „Warten Sie nicht, bis das Herz auch in Mitleidenschaft gezogen wird, Sie eine Dialyse oder eine Transplantation benötigen“, betont Christoph Wanner.

Der weltweit bekannte Nephrologe aus Würzburg ist seit Juni 2020 Präsident der ERA-EDTA. Er war der erste, der das Potential von SGLT2-Inhibitoren bei der Behandlung von Patienten mit einer Chronischen Nierenerkrankung entdeckt hat. Jahrelang hatte sich keine neue Behandlungsoption als sicher und wirksam erwiesen, so dass kein neues Medikament in die klinische Praxis eingeführt werden konnte. Mit SGLT2-Inhibitoren gibt es jetzt eine ganz neue Substanzklasse, die sehr effektiv ist.

Aktionen im Rahmen der European Health Awareness Days

Wanner selbst geht bei der Prävention mit gutem Beispiel voran. Er radelt zum Beispiel jeden Morgen zur Arbeit. Gern hätte er in Würzburg im Rahmen der Kampagne vom 1. Mai bis zum Nierenkongress in Berlin vom 5. bis 8.Juni Radtouren, Wanderungen, Vorlesungen, öffentliche Sprechstunden und Aktionen in der Stadt angeboten. Angesichts der Pandemie beschränken sich die Aktionen in Würzburg, Deutschland und Europa auf den virtuellen Raum. Wanners Team hat einen Animationsfilm erstellt, der in verschiedenen Sprachen in ganz Europa verbreitet werden soll, ebenso wie eine Webseite. Außerdem werden Webinare für Laien, Betroffene und Ärzte mit verschiedenen Themen angeboten. Inspiriert wurde Wanner von seinem Kollegen, dem Kardiologen Prof. Dr. Stefan Störk. Der Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) hatte mit der European Society of Cardiology vor mehr als zehn Jahren mit großem Erfolg eine europaweite Aufklärungskampagne zur Herzinsuffizienz ins Leben gerufen.

Hier geht es zum Animationsfilm

 

Nieren-Webinar am 27. Mai um 17 Uhr

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zum Webinar „Stärke Deine Nieren“ am 27. Mai um 17 Uhr mit den Referenten Prof. Dr. Lothar Schramm vom Dialyse-Zentrum Würzburg, Prof. Dr. Stefan Störk und Christoph Wanner zu folgenden Themen:

• Lothar Schramm: Wunderwerk Niere - Kraftwerk und Kläranlage in unserem Körper
• Christoph Wanner: Was uns an die Nieren geht – Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht
• Stefan Störk: Auf Herz und Nieren prüfen – wie die Organe verbunden sind

Bei Interesse bitte eine E-Mail an info@ strongkidneys.eu schicken – Sie erhalten dann den Link zum Webinar via Skype for Business.


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Experten des Uniklinikums Würzburg informieren zum Thema Schlaganfall

Am Dienstag, den 16. März 2021, beantworten drei Experten des Uniklinikums Würzburg in einer Online-Veranstaltung laienverständlich Fragen rund um das Thema Schlaganfall. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Weltweit zählt die Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen, außerdem ist sie der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Vor diesem Hintergrund haben Laien zu Recht viele Fragen: Wie beeinflussen Krankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, aber auch der individuelle Lebensstil das Schlaganfall-Risiko? Wann ist die Behandlung von verengten Halsgefäßen sinnvoll? Wie erkenne ich Symptome eines Schlaganfalls? Und wie werden Schlaganfallpatienten in der Region Mainfranken versorgt? 

Kompetente Antworten auf diese und weitere Fragen geben bei einer Online-Veranstaltung am Dienstag, den 16. März 2021, drei Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW): Univ.-Prof. Dr. Karl Georg Häusler (Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik), Dr. Thorsten Odorfer (Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik sowie Koordinator des Telemedizin-Netzwerks Transit-Stroke) und Univ.-Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW). 

Nach kurzen Vorträgen zur Prävention und Therapie des Schlaganfalls werden die Experten auch auf vorab – im Rahmen der Anmeldung – von den Teilnehmer*innen eingereichte Fragen eingehen. 

Das UKW organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post. Beginn ist um 18:00 Uhr unter Nutzung der Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. 

Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Aktuelle Stellenausschreibung

Die Medizinische Klinik und Poliklinik I (Schwerpunkte: Kardiologie, Nephrologie, Endokrinologie, Pneumologie, Internistische Intensiv- und Notfallmedizin) (Direktor: Prof. Dr. Stefan Frantz) des Universitätsklinikums Würzburg sucht zum 01. September 2021 oder später einen

Assistenzarzt zur Weiterbildung für Innere Medizin/Kardiologie (m/w/d) in Vollzeit

Wir bieten Ihnen:

  • eine strukturierte Weiterbildung in der Inneren Medizin/Kardiologie mit Rotation u.a. in die Notfall- und Intensivmedizin sowie die kardiologischen Funktionsbereiche
  • interne und externe Fortbildungsmöglichkeiten
  • regelmäßiges Simulationstraining im Interdisziplinären Trainings- und Simulationszentrum (INTUS)  
  • hervorragende klinische und experimentelle Forschungsbedingungen
  • Möglichkeit der Habilitation
  • eine gute Teamarbeit im universitären Umfeld
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Unterstützung bei der Wohnungsbeschaffung
  • Vergütung nach TV-Ä

Schwerbehinderte Bewerber (m/w/d) werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt eingestellt. Die Stelle ist zunächst befristet.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) richten Sie bitte per E-Mail an
M1_direktion@ ukw.de

Neue Therapie mit einem RET-Inhibitor bei bestimmten Formen von Schilddrüsen- und Lungenkrebs

Der RET-Inhibitor Selpercatinib kann bei bestimmten Formen von fortgeschrittenem Schilddrüsenkrebs einen bedeutenden und langfristigen Rückgang der Tumorerkrankung bewirken. Das ist eines der Kernergebnisse einer internationalen Studie, an der auch das Uniklinikum Würzburg beteiligt war. Auch bei seltenen Formen des Lungenkrebses erwies sich die Substanz als aussichtsreiche Therapiechance.

 

Krankmachende Veränderungen in der Erbsubstanz von Zellen, im sogenannten RET-Gen, sind ursächlich für die Entstehung verschiedener Krebsarten. Diese Veränderungen bieten einen vielversprechenden Ansatzpunkt für neue Präzisionsmedikamente, da sie nur in Krebszellen, aber nicht in gesunden Zellen vorkommen. Ein solches Präzisionsmedikament ist der RET-Inhibitor Selpercatinib. Dieser wurde in einer internationalen Phase I/II-Studie bei Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom erfolgreich erprobt. Die beeindruckenden Ergebnisse wurden im August dieses Jahres in der renommierten US-amerikanischen Fachzeitschrift New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht.

Remission bei 69 Prozent der Patienten

Einer der Koautoren der hochrangigen Publikation ist Prof. Dr. Dr. Matthias Kroiß von der Medizinischen Klinik I des Uniklinikums Würzburg (UKW). Der Endokrinologe erläutert: „Beim fortgeschrittenen medullären Schilddrüsenkarzinom und bei seltenen Formen anderer Schilddrüsenkarzinome sind die bisherigen Therapieoptionen limitiert. In dieser Studie gelang es, mit dem neuen RET-Inhibitor bei 69 Prozent der Patienten mit vorbehandeltem medullärem Schilddrüsenkarzinom ein Ansprechen der Erkrankung zu erzielen. Bei 82 Prozent der Patienten schritt die Tumorerkrankung innerhalb eines Jahres nicht weiter fort.“
Insgesamt berichtet die Veröffentlichung über die ersten 162 behandelten Patienten. „Das UKW konnte bislang fünf Patienten in die klinische Studie einbringen, was für die seltene Erkrankung schon eine große Zahl ist“, schildert Prof. Kroiß und fährt fort: „Das war nur möglich, weil die Prozesse für solche Studien von der Verwaltung bis zum Patienteneinschluss am UKW inzwischen weitgehend optimiert sind.“

Patientenbetreuung am CCC Mainfranken

Betreut werden die Patienten in der Studie vom Team des Interdisziplinären Studienzentrums (ISZ) am Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken. Das integrierte Krebsforschungs- und -behandlungszentrum ist eine gemeinsame Einrichtung des UKW und der Würzburger Universität. „Die Studie ist für uns ein wichtiger Meilenstein, da RET-Veränderungen nicht nur bei Schilddrüsentumoren vorkommen, sondern selten auch bei anderen bösartigen Erkrankungen“, unterstreicht Dr. Maria-Elisabeth Goebeler, die Leiterin des ISZ. Privatdozentin Dr. Barbara Deschler-Baier, Oberärztin des ISZ, führt aus: „Die international sichtbare Expertise der Kollegen aus der Endokrinologie wird ergänzt durch unser Programm für personalisierte Onkologie. Das bedeutet, dass wir zusammen mit der Pathologie moderne molekularbiologische Verfahren anwenden, um zahlreiche medikamentös beeinflussbare Zielmoleküle zu untersuchen und so maßgeschneiderte Therapien zu identifizieren. Dazu haben wir am CCC Mainfranken ein molekulares Tumorboard etabliert, das die Expertise aller Fachdisziplinen zusammenbringt.“
Wie eine parallel im NEJM erschienene Studie zeigte, können nicht nur Patienten mit seltenen Schilddrüsenkarzinomen von Selpercatinib profitieren – auch bei einer kleinen Untergruppe von Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen sind Behandlungserfolge möglich.

Neue Therapie am CCC Mainfranken per Härtefallprogramm verfügbar

Die veröffentlichten Ergebnisse veranlassten die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits zur Zulassung von Selpercatinib sowohl beim Schilddrüsenkarzinom, wie auch beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom. „Solange Selpercatinib in Deutschland noch nicht zugelassen ist, besteht für Patienten mit Schilddrüsenkarzinom und Lungenkrebs, bei denen eine RET-Veränderung vorliegt und die Standardtherapie bereits angewendet wurde, eventuell die Möglichkeit, an einem speziellen Härtefallprogramm teilzunehmen, das wir ebenfalls am CCC bereithalten“, berichtet Prof. Dr. Ralf Bargou, Direktor des CCC Mainfranken.
Die Entwicklung von Selpercatinib – und anderer RET-Inhibitoren – ist allerdings noch keineswegs abgeschlossen. „Derzeit läuft auch am UKW eine Studie, bei der Patienten mit RET-mutiertem fortschreitendem medullärem Schilddrüsenkarzinom nach dem Zufallsprinzip Selpercatinib oder die derzeitige Standardtherapie erhalten“, sagt Prof. Dr. Martin Fassnacht, Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie am UKW. Und Prof. Bargou ergänzt: „Über unser CCC-Netzwerk haben Patienten mit einem der seltenen RET-aktivierten Lungenkarzinome die Möglichkeit, an einer ähnlichen randomisierten Studie mit dem RET-Inhibitor Praseltinib teilzunehmen.“

Entscheidend ist die Betreuung in Fachzentren

Prof. Kroiß fasst zusammen: „Molekular zielgerichtete Therapien wie Selpercatinib und Praseltinib bei Tumoren mit RET-Aktivierung werden zukünftig sehr wahrscheinlich die Therapie verschiedener fortgeschrittener Tumorerkrankungen verändern. Wichtig ist aber, dass diese Substanzen nicht für jeden Patienten sinnvoll sind – beim medullären Schilddrüsenkarzinom beispielsweise genügt in vielen Fällen eine spezialisierte Verlaufsbeobachtung. Entscheidend ist, dass die Patienten in spezialisierten Fachzentren betreut werden, wie etwa am CCC Mainfranken und dem Zentrum für Endokrine Tumore des UKW.“

 

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E-Mail: weyer_i@ ukw.de
Fax: +49 931 201-639001


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Medizinische Klinik und Poliklinik I des Universitätsklinikums | Zentrum Innere Medizin (ZIM) | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A3 | 97080 Würzburg | Deutschland