Aktuelle Meldungen

Neue Ära der Immunzelltherapie: CAR-T-Zellen könnten künftig das Herz schützen

Internationales Forschungskonsortium unter Leitung des UKW erhält 7 Millionen Euro aus Horizon Europe für Projekt CARDIO

Illustration - links CAR-Tregs, oberer Teil zeigt wie sie chronische Entzündungen im Gefäß bekämpfen und zur Plaque-Stabilisierung beitragen, unterer Teil, wie sie das Gewebe im Herz nach Infarkt schützen bzw. zur Heilung beitragen. Zu sehen ist eine regulatorische Zelle mit CAR, Gefäße mit Plaque und Herz nach Infarkt.
Im Projekt CARDIO werden CAR-Tregs entwickelt, um akute und chronische Entzündungen bei Herzinfarkt und Atherosklerose zu bekämpfen. © Maik Luu / UKW
Die Collage zeigt die freigestellten Personen Hudecek, Luu, Zernecke-Madsen und Ramos in weißen Kitteln vor blauem Hintergrund.
Das Projekt CARDIO wurde am Universitätsklinikum Würzburg initiiert, v.l.n.r.: Michael Hudecek, Maik Luu (Leitung), Alma Zernecke-Madsen und Gustavo Ramos. © UKW / Collage mit Canva

Würzburg. Was bislang vor allem als hochwirksame Therapie gegen bestimmte Blutkrebserkrankungen bekannt ist, könnte künftig auch Menschen nach einem Herzinfarkt helfen oder sie langfristig sogar davor schützen. Ein internationales Forschungskonsortium unter der Leitung des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) entwickelt erstmals CAR-T-Zelltherapien, die Entzündungsreaktionen nach einem Herzinfarkt gezielt bremsen und die Heilung des Herzmuskels fördern sollen. Darüber hinaus wollen die Forschenden einen zweiten Therapieansatz entwickeln, der chronische Entzündungen in atherosklerotischen Plaques reguliert und somit langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen könnte. Atherosklerotische Plaques sind Ablagerungen in den Gefäßwänden, welche die Herzkranzgefäße verengen können. Wenn eine solche Plaque aufreißt, kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das das Gefäß plötzlich verschließt und somit einen Herzinfarkt auslöst. Für das Projekt CARDIO stehen rund sieben Millionen Euro aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union zur Verfügung. Davon fließen rund 2,8 Millionen Euro an den Standort Würzburg.

CAR-T-Zellen zerstören Krebszellen, CAR-Tregs regulieren fehlgeleitete Immunreaktionen

CAR-T-Zellen gelten als Meilenstein in der Krebsmedizin. Dabei werden bestimmte Immunzellen, die T-Zellen, gentechnisch so verändert, dass sie an ihrer Oberfläche sogenannte Chimäre Antigen-Rezeptoren (CAR) bilden. Mithilfe dieser Rezeptoren können die Immunzellen die Krebszellen anhand ihrer charakteristischen Oberflächenmoleküle gezielt erkennen und zerstören. „Dieses Grundprinzip übertragen wir nun erstmals konsequent auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Unsere CAR-T-Zellen sollen nicht töten, sondern schützen. Anstelle aggressiver Killerzellen entstehen regulatorische CAR-T-Zellen, sogenannte CAR-Tregs. Diese wandern gezielt in geschädigtes Herzgewebe ein und dämpfen dort überschießende Entzündungsreaktionen“, erklärt Dr. Maik Luu das Prinzip. Der Juniorprofessor für Translationale Medizin am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie koordiniert das innovative Projekt.

Würzburger Expertise

Dass das Projekt am UKW initiiert wurde, ist kein Zufall: Es vereint langjährige Expertise aus den Bereichen Immunkardiologie, Gefäßbiologie und Zelltherapie. Forschende aus mehreren Instituten bringen ihre komplementären Stärken ein – von den immunologischen Grundlagen der Gefäßentzündungen und Herzheilung über die Identifizierung geeigneter Zielstrukturen bis hin zur Entwicklung und präklinischen Erprobung neuer Zelltherapien.

„Nach einem Herzinfarkt muss das Immunsystem eine Balance finden: Einerseits sind Entzündungsreaktionen notwendig, um geschädigtes Gewebe zu beseitigen und die Reparatur einzuleiten. Andererseits kann eine überschießende Immunaktivierung die Herzfunktion weiter beeinträchtigen“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Hofmann. Der Oberarzt der Medizinischen Klinik I fand bereits 2012 heraus, dass T-Zellen eine zentrale Rolle bei der Heilung nach einem Herzinfarkt spielen. Der Biologe Prof. Dr. Gustavo Ramos knüpfte daran an. Er identifizierte gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg das Strukturprotein der Herzmuskelzellen, Myosin, als entscheidende Zielstruktur der Immunantwort. 

Myosinspezifische regulatorische T-Zellen begrenzen Entzündungsprozesse im geschädigten Herzen

„Nach einem Herzinfarkt wird Myosin aus zerstörten Herzmuskelzellen freigesetzt. Während bestimmte T-Zellen dadurch Entzündungen verstärken können, erkennen regulatorische T-Zellen dieselben Strukturen und helfen dabei, die Immunreaktion zu begrenzen und die Heilung einzuleiten“, erläutert Gustavo Ramos. Für seine wegweisenden Erkenntnisse in der Immunkardiologie wurde er gerade von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit dem bedeutenden Arthur-Weber-Preis ausgezeichnet. 

Im EU-Projekt CARDIO werden nun erstmals T-Zellen mit einem CAR ausgestattet, der gegen das Myosin-Protein im Herzen greift. Zusätzlich erhalten sie den Transkriptionsfaktor FOXP3, der ihnen ihre entzündungshemmenden Eigenschaften verleiht. 

CAR-T-Zellen als akute Therapie beim Herzinfarkt und zur Prävention von Atherosklerose 

„Während wir in der Krebsbehandlung die T-Zellen dazu anregen, inflammatorische Botenstoffe zu entwickeln, damit der Tumor besser erkannt wird, wollen wir hier das Gegenteil erreichen. Wir möchten, dass die T-Zellen blockierende Substanzen produzieren“, schildert Maik Luu das Konzept. Seine ehemalige Doktorandin und nun Postdoktorandin Dr. Sarah Staudt hat für den Antrag wesentliche Vorarbeiten geleistet. Luus Expertise liegt vor allem in der metabolischen Optimierung und funktionellen Verstärkung der therapeutischen T-Zellen. Bislang zielten seine Arbeiten darauf ab, zelluläre Immuntherapien so weiterzuentwickeln, dass sie bei guter Verträglichkeit länger wirksam bleiben und künftig auch gegen solide Tumoren erfolgreich eingesetzt werden können. Das Projekt CARDIO erweitert das Portfolio der Anwendungsgebiete: nicht nur in der Behandlung von Herzinfarkten, sondern auch in der Prävention, die hier in den Blutgefäßen beginnt, nämlich bei der Behandlung von Atherosklerose. 

Schädliche Entzündungsprozesse in Blutgefäßen stoppen

Mit regulatorischen T-Zellen im Herzen, aber auch in der Gefäßimmunologie und Atherosklerose beschäftigt sich Prof. Dr. Alma Zernecke-Madsen. Die Leiterin des Instituts für Experimentelle Biomedizin II und stellvertretende Sprecherin des Würzburger Sonderforschungsbereichs SFB 1525 „Kardiovaskuläre Schnittstellen“ hat mit ihrer Forschung wesentlich zu dem heutigen Verständnis beigetragen, dass Atherosklerose keine reine Fettstoffwechselerkrankung, sondern eine chronische Entzündung der Gefäßwand ist. Dabei hat sie vor allem untersucht, wie Immunzellen in die Gefäßwand gelangen, wie sie dort miteinander kommunizieren und ob sie die Entzündung anheizen oder bremsen. 

„Das Immunsystem wirkt auch bei Atherosklerose wie ein zweischneidiges Schwert. Manche Zelltypen fördern die Entzündung, andere – etwa T-Zellen oder bestimmte Makrophagen – können sie begrenzen und damit Gefäßschäden eindämmen. Das Ziel unserer neuen CAR-T-Zell-Therapie besteht deshalb nicht darin, das Immunsystem vollständig zu unterdrücken, sondern die schädlichen Entzündungsprozesse gezielt zu bremsen und die schützenden zu fördern“, sagt Alma Zernecke-Madsen. „Indem wir die Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden beeinflussen, könnten wir langfristig vor den Folgen chronischer Gefäßentzündungen schützen und damit möglicherweise Herzinfarkten vorbeugen.“

Antikörper gegen relevante Zielstrukturen in Plaques

Das Würzburger Team erhält hierbei Unterstützung von Professorin Almudena Ramiro. Sie erforscht am Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares Carlos III (CNIC) in Madrid unter anderem krankheitsspezifische Zielmoleküle in atherosklerotischen Plaques. Die von ihrer Arbeitsgruppe entwickelten Antikörper dienen als Vorlage für neuartige CARs, mit denen sich Immunzellen gezielt gegen krankhafte Zellen in atherosklerotischen Plaques richten lassen.

Genetische Analyse und Optimierung einzelner Zellprodukte und Bindemoleküle durch Protein-Engineering

Weitere wichtige Projektpartner forschen in Wien. So nutzt das Team um Prof. Dr. Christoph Bock am CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – zum Beispiel modernste CRISPR- und Einzelzelltechnologien, um weitere Rezeptoren und genetische Schalter zu identifizieren, die regulatorische T-Zellen noch wirksamer machen könnten. Die Verfahren erlauben es, die Auswirkungen einzelner genetischer Veränderungen auf die Funktion und das Verhalten der Immunzellen mit bisher unerreichter Präzision zu untersuchen. Prof. Dr. Michael Traxlmayr, ausgewiesener Experte für Protein Engineering an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), wird mit seiner Expertise dazu beitragen, eine neue Generation von Bindemolekülen zu erzeugen und Proteine zu entwickeln, die entzündungsfördernde Signale gezielt ausschalten. 

Off-the-Shelf-CAR-T-Zellen

Ein wichtiger Partner im CARDIO-Konsortium ist außerdem die DKMS. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei verfügt über eine der größten und am besten charakterisierten Spenderdatenbanken weltweit. Davon profitieren nicht nur Patientinnen und Patienten mit Blutkrebs. Die umfassende genetische Charakterisierung eröffnet auch für neue Zelltherapien wertvolle Möglichkeiten.

Denn im Gegensatz zu den in der Onkologie zugelassenen CAR-T-Therapien, die individuell für jede Patientin und jeden Patienten hergestellt werden, müssen die CAR-T-Zellen bei der Behandlung von Herzinfarkten sofort verfügbar sein. „Deshalb arbeiten wir an einer allogenen Therapie. Das heißt, die Zellen stammen dann von gesunden Spenderinnen und Spendern, sind bereits vorproduziert und werden tiefgefroren gelagert – sogenannte Off-the-Shelf-CAR-T-Zellen. Oder anders ausgedrückt: CAR-T-Zellen von der Stange“, berichtet Maik Luu. Mithilfe des DKMS-Registers sollen Spenderinnen und Spender mit möglichst häufig vorkommenden HLA-Merkmalen ausgewählt werden. HLA steht für humanes Leukozyten-Antigen. Je ähnlicher die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist das Risiko einer Abstoßungsreaktion oder – bei Stammzelltransplantationen – einer Graft-versus-Host-Erkrankung. Auf dieser Grundlage können CAR-T-Zellen entwickelt werden, die für einen möglichst großen Teil der Bevölkerung geeignet sind. „Wenn die körperfremden Zellen nach kurzer Zeit wieder abgestoßen werden, ist das nicht so tragisch wie bei der Krebsbehandlung, bei der die Zellen möglichst lange persistieren und wirken sollen“, so Luu. 

Translation von Beginn an mitgedacht 

Die neuen Zellprodukte werden zunächst in Zellkulturen und Tiermodellen untersucht und anschließend an menschlichem Gewebe getestet. Das Ziel besteht darin, bis zum Ende des vierjährigen Projekts ausreichend Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten zu generieren, um diese Innovation möglichst schnell in die klinische Anwendung zu überführen. Für die Translation arbeitet das Projektteam mit dem Biotech-Unternehmen T-Curx zusammen, eine Ausgründung der Universitätsmedizin Würzburg von Prof. Dr. Michael Hudecek, Inhaber des Lehrstuhls für Zelluläre Immuntherapie. T-Curx entwickelt unter anderem neue Verfahren, mit denen sich CAR-T-Zelltherapien einfacher, schneller und kostengünstiger herstellen lassen – im Idealfall direkt in der Klinik.

CAR-T-Technologie erobert neue Krankheitsfelder

Das Projekt CARDIO zeigt, dass die in Würzburg aufgebaute Expertise in der Entwicklung von CAR-T-Zelltherapien zunehmend auch auf neue Krankheitsfelder übertragen wird. „Wir sehen großes Potenzial für Zelltherapien auch außerhalb der Onkologie“, sagt Michael Hudecek. „Insofern ist die Förderung im Rahmen von Horizon Europe ein toller Erfolg. Sie zeigt die hohe wissenschaftliche Relevanz des Projekts und eröffnet für uns die Chance, mit starken Partnerinnen und Partnern die Möglichkeiten der CAR-Technologie für völlig neue medizinische Anwendungen zu erschließen.“

Text: KL/Wissenschaftskommunikation

Illustration - links CAR-Tregs, oberer Teil zeigt wie sie chronische Entzündungen im Gefäß bekämpfen und zur Plaque-Stabilisierung beitragen, unterer Teil, wie sie das Gewebe im Herz nach Infarkt schützen bzw. zur Heilung beitragen. Zu sehen ist eine regulatorische Zelle mit CAR, Gefäße mit Plaque und Herz nach Infarkt.
Im Projekt CARDIO werden CAR-Tregs entwickelt, um akute und chronische Entzündungen bei Herzinfarkt und Atherosklerose zu bekämpfen. © Maik Luu / UKW
Die Collage zeigt die freigestellten Personen Hudecek, Luu, Zernecke-Madsen und Ramos in weißen Kitteln vor blauem Hintergrund.
Das Projekt CARDIO wurde am Universitätsklinikum Würzburg initiiert, v.l.n.r.: Michael Hudecek, Maik Luu (Leitung), Alma Zernecke-Madsen und Gustavo Ramos. © UKW / Collage mit Canva

Eine der höchsten Ehrungen der Wissenschaft: Stefan Frantz wird Mitglied in der Leopoldina

Der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Würzburg wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften aufgenommen

Porträt von Stefan Frantz, der dunkles Sacko, hellblaues Hemd und Fliege trägt
Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW zählt nun zum Kreis der Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften. © Thomas Berberich / UKW

Würzburg. Die Mitgliedschaft in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Wissenschaft. Für seine herausragenden Beiträge zur Herz-Kreislauf-Forschung wählte das Präsidium nun Prof. Dr. Stefan Frantz als neues Mitglied in ihre Reihen. Der Aufnahme gingen die Nominierung durch ein bestehendes Mitglied sowie eine mehrstufige Prüfung seiner wissenschaftlichen Exzellenz voraus.

Mit der Aufnahme in die Leopoldina gehört der Kardiologe und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Würzburg (UKW)  nun auch offiziell zu den führenden Wissenschaftlern seines Fachgebiets. Der 1652 gegründeten Gelehrtengesellschaft gehören derzeit insgesamt 1.751 Mitglieder aus Deutschland und der Welt an, die sich in verschiedenen Klassen und Fachsektionen engagieren. Gemeinsam verfolgen sie die beiden übergeordneten Aufgaben der Leopoldina: die Vertretung der deutschen Wissenschaft im Ausland und die Beratung von Politik und Öffentlichkeit.

Stefan Frantz: „Die Aufnahme in die Leopoldina ist für mich eine große Ehre und Auszeichnung. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, gemeinsam mit einer hochkarätigen, internationalen Gemeinschaft von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Fachgrenzen hinweg an wichtigen Zukunftsthemen zu arbeiten. Die beratende Funktion der Leopoldina für Politik und Gesellschaft bietet die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich relevante Empfehlungen einfließen zu lassen. Mich reizt dabei vor allem der interdisziplinäre Ansatz, etwa wenn Themen wie Hitze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Heilung aus der Perspektive von Kardiologie, Dermatologie und weiteren Disziplinen gemeinsam betrachtet werden. Dass die Akademie ihren Sitz in Halle an der Saale hat, wo ich drei Jahre lang als Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III tätig war, schafft für mich zudem eine besondere persönliche Verbindung.“

Der Kardiologe wird sich in der Leopoldina in der Fachsektion „Innere Medizin und Dermatologie“ engagieren. Als Herz-Kreislauf-Forscher beschäftigt er sich insbesondere mit kardiovaskulären Schnittstellen – also den Wechselwirkungen zwischen Herz, Immunsystem, Gehirn und weiteren Organsystemen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Mechanismen der Heilung und des Remodelings nach einem Myokardinfarkt sowie deren Bedeutung für die Entstehung und Progression der Herzinsuffizienz.

Werdegang von Prof. Dr. Stefan Frantz 

Stefan Frantz wurde 1970 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach Schuljahren in Stuttgart und Paris legte er 1989 in München das Abitur ab. Sein Medizinstudium begann er mit einem Stipendium der Bayerischen Hochbegabtenförderung an der Universität Regensburg und setzte es nach dem Physikum an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)  fort. Bereits seine Promotion im Jahr 1996 legte den Grundstein für seine translationale Forschung zu metabolischen Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen und deren therapeutischer Modulation.

Von 1998 bis 2000 forschte Frantz mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Boston (USA). Anschließend kehrte er an das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zurück, wo er seine Facharztausbildung absolvierte. 2005 erlangte er die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin, ein Jahr später habilitierte er sich und erhielt die Venia Legendi. Es folgten die Schwerpunktbezeichnung Kardiologie sowie die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin.

2007 wurde Frantz Oberarzt auf der Intensivstation, 2009 übernahm er die Leitung der Zentralen Notaufnahme und Aufnahmestation. Weitere Meilensteine sind die W2-Professur für „Translationale Forschung“ (2011), die Direktion der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) von 2014 bis 2017 sowie seit 2017 die Direktion der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW.

Darüber hinaus engagiert sich Frantz in zahlreichen wissenschaftlichen Leitungsfunktionen. Er ist stellvertretender Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) sowie des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF). Von 2021 bis 2025 war er stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKW, seit 2026 ist er stellvertretender Dekan der Medizinischen Fakultät.

Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Karriere zählen die Mitgründung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz sowie die erfolgreiche Einwerbung des Sonderforschungsbereichs SFB 1525, dessen Sprecher er seit 2022 ist.

Stefan Frantz ist verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Familie in Würzburg.

Über die Leopoldina 

Charles Darwin, Marie Curie, Albert Einstein, aber auch Emmanuelle Charpentier, Christiane Nüsslein-Volhard, Svante Pääbo und Harald zur Hausen - sie alle waren oder sind Mitglieder der Leopoldina. Die Nationale Akademie der Wissenschaften zählt zu den ältesten und renommiertesten Wissenschaftsakademien der Welt. Als „Academia Naturae Curiosorum" 1652 in Schweinfurt gegründet, beschäftigten sich die ersten Mitglieder der „Akademie der Naturforscher“ vor allem mit medizinischen und naturwissenschaftlichen Fragen und trugen wesentlich zur wissenschaftlichen Aufklärung bei. Bis heute steht die Leopoldina, die seit 1878 ihren Hauptsitz in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) hat, für wissenschaftliche Exzellenz und interdisziplinären Austausch. Um ihre Stärke der Akademie zu erhalten, wählt die Leopoldina jedes Jahr in einem mehrtägigen Auswahlverfahren etwa 50 neue Mitglieder. Die Mitglieder sind in Fachsektionen organisiert, die wiederum vier Klassen mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin sowie Verhaltens-, Sozial- und Geisteswissenschaften zugeordnet sind. Unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen erarbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen und beraten die deutsche Politik und internationale Institutionen in wichtigen Fragen. Ihre Stellungnahmen zu Themen wie Gesundheit, Klimawandel oder Technologie haben großes Gewicht. Darüber hinaus setzt sich die Leopoldina für die Achtung der Menschenrechte ein. 

Porträt von Stefan Frantz, der dunkles Sacko, hellblaues Hemd und Fliege trägt
Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am UKW zählt nun zum Kreis der Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften. © Thomas Berberich / UKW

Kardioneuroablation – neues Therapieangebot bei langsamem Herzschlag

Patientinnen und Patienten mit plötzlichen Herzschlagpausen, Ohnmachtsanfällen oder einem dauerhaft zu langsamen Puls mussten bislang häufig mit einem Herzschrittmacher versorgt werden. Am Uniklinikum Würzburg steht seit diesem Frühjahr mit der Kardioneuroablation nun ein innovatives Katheterverfahren zur Verfügung, das in ausgewählten Fällen eine Alternative zur Schrittmacher-Implantation sein kann.

 

Graphik in 3D-Darstellung eines linken Herzovorhofs.
In der 3D-Darstellung des linken Herzvorhofs kennzeichnen die violett markierten Bereiche Regionen mit Nervengeflechten des parasympathischen Nervensystems. Die runden violetten Markierungen zeigen das rechte obere Nervengeflecht. Die roten Punkte markieren Stellen, an denen während des Eingriffs gezielt Gewebe verödet wurde, um krankhafte elektrische Signale zu unterbrechen und die Aktivität der Nervengeflechte zu beeinflussen. © UKW

Würzburg. Das Herz wird in seiner eigenen elektrischen Aktivität vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Insbesondere der sogenannte Parasympathikus – oft auch als „Ruhenervensystem“ bezeichnet – kann den Herzschlag verlangsamen. Bei manchen Menschen geschieht dies situativ so stark, dass es zu ausgeprägten Pulsverlangsamungen, Herzschlagpausen oder sogar Ohnmachtsanfällen kommt. Man spricht dann von bradykarden Herzrhythmusstörungen.

Für diese Patientinnen und Patienten bietet das Uniklinikum Würzburg (UKW) seit diesem Frühjahr die Kardioneuroablation an – ein modernes elektrophysiologisches Verfahren, das gezielt in die nervale Steuerung des Herzens eingreift. Dabei werden bestimmte Nervenknotenpunkte – sogenannte Ganglien – verödet, die den bremsenden Einfluss des Parasympathikus auf das Herz vermitteln. Ziel ist es, die Herzfrequenz dauerhaft zu stabilisieren und Beschwerden zu lindern. 

„Die Kardioneuroablation eröffnet ausgewählten Patientinnen und Patienten eine neue Behandlungsmöglichkeit, bei denen bislang häufig nur die Implantation eines Herzschrittmachers infrage kam“, erläutert Prof. Dr. Thomas Fischer. Der Leiter der interventionellen Elektrophysiologie an der Medizinischen Klinik I des UKW fährt fort: „Insbesondere jüngere Betroffene können von diesem Verfahren profitieren, wenn ihre Beschwerden durch eine übermäßige Aktivität des Parasympathikus verursacht werden.“

Wenn das Nervensystem das Herz ausbremst

Anders als bei klassischen Ablationsverfahren, die vor allem schnelle Herzrhythmusstörungen behandeln, richtet sich die Kardioneuroablation gezielt gegen die Ursachen bestimmter langsamer Herzrhythmusstörungen. Zu den möglichen Einsatzgebieten zählen wiederkehrende Ohnmachtsanfälle (Synkopen), plötzliche Herzschlagpausen sowie ein dauerhaft zu langsamer Herzschlag, der Beschwerden wie Schwindel, Leistungsminderung oder Erschöpfung verursacht. 

Voraussetzung ist eine sorgfältige Diagnostik, um festzustellen, ob die Beschwerden tatsächlich durch eine übermäßige parasympathische Steuerung des Herzens ausgelöst werden.

Hochauflösende Bildgebung ermöglicht präzise Therapie

Für die Planung des Eingriffs nutzt das UKW modernste Bildgebungstechnologien. Mithilfe eines hochauflösenden Photonen-Computertomographen werden die Bereiche sichtbar gemacht, in denen sich die relevanten Nervengeflechte befinden. Diese Bilddaten werden anschließend mit einer während des Eingriffs erstellten Landkarte des Herzens fusioniert. Dadurch können die Ärztinnen und Ärzte die Zielregionen präzise lokalisieren und behandeln. 

Der Eingriff erfolgt über Katheter, die über die Leistenvene zum Herzen vorgeschoben werden. Der Zugangsweg ähnelt dem einer Ablation bei Vorhofflimmern. Die zu behandelnden Nervengeflechte liegen überwiegend im linken Vorhof sowie im Übergangsbereich zwischen rechtem und linkem Vorhof. Nach der Verödung nimmt der hemmende Einfluss des Parasympathikus ab, wodurch sich die Herzfrequenz dauerhaft erhöhen kann. Das Risiko des Eingriffs gilt als gering. 

„Die Kardioneuroablation ersetzt den Herzschrittmacher nicht grundsätzlich“, betont Fischer. „Sie ermöglicht es uns aber, bestimmten Patientinnen und Patienten eine individuellere Behandlung anzubieten.“ Mit der Einführung des Verfahrens baut das UKW sein Spektrum in der modernen Herzrhythmusmedizin weiter aus und gehört zu den wenigen Zentren, die diese noch vergleichsweise junge Therapieform in Deutschland anbieten.

Text: Pressestelle / UKW
 

Graphik in 3D-Darstellung eines linken Herzovorhofs.
In der 3D-Darstellung des linken Herzvorhofs kennzeichnen die violett markierten Bereiche Regionen mit Nervengeflechten des parasympathischen Nervensystems. Die runden violetten Markierungen zeigen das rechte obere Nervengeflecht. Die roten Punkte markieren Stellen, an denen während des Eingriffs gezielt Gewebe verödet wurde, um krankhafte elektrische Signale zu unterbrechen und die Aktivität der Nervengeflechte zu beeinflussen. © UKW

Kunstwerke bereichern die Kardiologische Ambulanz

Vom 18. Juni bis zum 31. Dezember 2026 zeigt die Kunstausstellung „Berührungspunkte“ in der Kardiologischen Ambulanz der Medizinischen Klinik I des Uniklinikums Würzburg Gemälde von Claudia Grehn und Simone Rössler sowie Fotografien von Johannes Landstorfer.

Claudia Grehn
Simone Rössler
Johannes Landstorfer

Würzburg. Die Klinik für Innere Medizin I des Uniklinikums Würzburg setzt die Ausstellungsreihe „Kunst im ZIM“ fort. Als Galerie dienen erneut die Räume der Kardiologischen Ambulanz im Zentrum für Innere Medizin (ZIM, Haus A3, Ebene -2) an der Oberdürrbacher Straße. Unter dem Titel „Berührungspunkte“ bringt die Schau dieses Mal zwei Malerinnen und einen Fotografen zusammen.

Claudia Grehn aus Berlin erschafft mit Pinsel, Spachtel und bloßen Händen vielschichtige abstrakte Werke in kräftigen Farben. Inspiriert wird sie dabei von der Natur und der emotionalen Welt.

Die Malerei von Simone Rössler ist voller Bewegung und Gefühl. Die Künstlerin aus dem Taubertal nutzt fließende und gespachtelte Techniken für energetische und dynamische Kompositionen.

Einen Gegenpol hierzu bilden die sachlichen Aufnahmen des Würzburger Fotografen Johannes Landstorfer. Die ausgestellten Motive stammen aus der Serie „Luxus – eine visuelle Untersuchung“, die im Rahmen seiner Masterarbeit entstand. Zu sehen sind fragmentarische Blicke in Auslagen luxuriöser Boutiquen, reduziert auf grafische Elemente, Strukturen und Gestaltung.

Vernissage am 18. Juni 2026

Die Schau wird am Donnerstag, 18. Juni 2026, um 18:30 Uhr mit einer Einführung der Kunsthistorikerin Maria Schabel eröffnet. Musikalisch begleitet die Grazer Harfenistin Lotte Krüger die kostenlose Veranstaltung. 

Die Ausstellung läuft bis 31. Dezember dieses Jahres und ist täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

 

Text: Pressestelle / UKW

Claudia Grehn
Simone Rössler
Johannes Landstorfer

Doppelte Auszeichnung für Würzburger Endokrinologie

DGE ehrt Hanna Remde und Mario Detomas vom UKW für wegweisende Forschung zu Nebennierentumoren und Hypophysenerkrankungen

Preisträgerin mit Urkunde auf der Bühne, links steht Martin Fassnacht, rechts von ihr Jan P. Tuckermann mit Krücken.
Preisträgerin Dr. Hanna Remde mit dem amtierenden Präsidenten der DGE, Prof. Jan P. Tuckermann (rechts), und dem designierten Präsidenten der DGE, Prof. Martin Fassnacht. © M. Then, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Preisträger Dr. Mario Detomas mit Urkunde auf der Bühne, rechts steht  Prof. Jan P. Tuckermann auf Krücken, links von ihm Prof. Martin Fassnacht.
Preisträger Dr. Mario Detomas mit dem amtierenden Präsidenten der DGE, Prof. Jan P. Tuckermann (rechts), und dem designierten Präsidenten der DGE, Prof. Martin Fassnacht. © M. Then, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)

Im Rahmen des 69. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, der vom 11. bis zum 13. März 2026 in Weimar stattfand, wurden zwei Clinician Scientists des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ausgezeichnet. Dr. Hanna Remde erhielt den Anke Mey-Preis für ihre Forschung zu malignen Nebennieren-Erkrankungen. Dr. Mario Detomas wurde für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit zur Herzbeteiligung bei der seltenen hormonellen Erkrankung Akromegalie mit dem Ernst und Berta Scharrer-Preis gewürdigt. Beide Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. 

Würzburg. Exzellente Forschung beginnt oft mit Neugier, Engagement und innovativen Ideen. Wissenschaftspreise können diese Entwicklungen fördern und sind gerade für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler eine wichtige Anerkennung ihrer Leistung und zugleich eine große Motivation. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) würdigt das Potenzial junger Forscherinnen und Forscher und zeichnete auch dieses Jahr auf ihrem 69. Kongress für Endokrinologie, der vom 11. bis 13. März in Weimar stattfand, erneut herausragende Arbeiten aus. Zwei Preise gingen an junge Forschende vom Würzburger Lehrstuhl für Endokrinologie und Diabetologie. Dr. Hanna Remde erhielt den Anke Mey-Preis für ihre retrospektive, multizentrische, europäische Kohortenstudie zum metastasierten Phäochromozytom und Paragangliom. Dr. Mario Detomas erhielt für seine Forschung zu Veränderungen des Herzens und seiner Funktion in einem Mausmodell der Akromegalie den Ernst und Berta Scharrer-Preis. 

Anke Mey-Preis der DGE für maligne Nebennieren-Erkrankungen

Da Anke Mey selbst von einer malignen Nebennierenerkrankung genesen ist, liegt ihr die Unterstützung der Forschung auf diesem Gebiet besonders am Herzen. Mit dem Stiftungspreis sollen die zugrunde liegenden Pathomechanismen erforscht und neue therapeutische Ansätze entwickelt werden, um die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Patientinnen und Patienten zu verbessern. Zu diesen seltenen Erkrankungen zählen auch metastasierte Phäochromozytome und Paragangliome (mPPGL). Für diese besonders seltene Tumorform sind in Europa bislang noch keine zugelassenen Therapien verfügbar.

Hanna Remde, Fachärztin für Innere Medizin in der von Prof. Dr. Martin Fassnacht geleiteten Endokrinologie am Uniklinikum Würzburg (UKW), hat mit ihrem Team eine der größten Therapiestudien beim mPPGL überhaupt auf die Beine gestellt. Im Fokus stand Temozolomid, ein als Tablettenform verabreichtes Chemotherapeutikum.  „Zwei kleine Studien deuteten auf eine Wirksamkeit bei mPPGL hin, zeigten jedoch widersprüchliche Ergebnisse im Hinblick auf das Therapieansprechen bei Patientinnen und Patienten mit und ohne SDHx-Varianten“, berichtet Hanna Remde. SDHx steht für mehrere Gene, die für die Bestandteile der Succinatdehydrogenase kodieren. Dabei handelt es sich um einen Enzymkomplex in den Mitochondrien, der eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt. Viele mPPGL sind mit genetischen Veränderungen assoziiert, die die Krankheitsentwicklung fördern. Am häufigsten sind hierbei Varianten in den SDHx Genen. 

Temozolomid bei metastasiertem Phäochromozytom und Paragangliom und die Relevanz von SDHx Varianten - Ergebnisse einer retrospektiven multizentrischen europäischen Kohortenstudie

„Ziel unserer Arbeit war es, die Sicherheit und Wirksamkeit von Temozolomid bei mPPGL zu überprüfen und den Einfluss von SDHx-Varianten auf das Therapieansprechen zu untersuchen“, erklärt Hanna Remde. Mithilfe des Europäischen Netzwerks für die Untersuchung von Nebennierentumoren (ENS@T) konnte sie retrospektiv 71 mit Temozolomid behandelte Patientinnen und Patienten mit mPPGL aus 15 europäischen Referenzzentren zusammentragen. Bei 28 Prozent von ihnen zeigte sich ein objektives Therapieansprechen, das heißt, die Tumorläsionen gingen teilweise oder ganz zurück. Bei 72 Prozent wurde eine Therapiekontrolle verzeichnet, das heißt, die Erkrankung blieb mindestens stabil. Ein Therapieansprechen war unabhängig vom SDHx-Status möglich, wenngleich Patientinnen und Patienten mit SDHx-Varianten häufiger ansprachen. „Temozolomid ist demnach eine Therapieoption, die sich mit anderen häufig eingesetzten Medikamenten messen kann“, resümiert Hanna Remde. 

Ernst und Berta Scharrer-Preis der DGE für neuroendokrinologische Forschung

Die Entdeckung, dass auch Nervenzellen bestimmte Substanzen absondern können, die den Hormonen endokriner Drüsenzellen ähneln, geht auf Berta Scharrer (1906-1995) zurück. Sie war eine Pionierin der neuroendokrinologischen Forschung. Ihre Arbeiten legten den Grundstein für das Verständnis der neuroendokrinen Signalübertragung.  Die Wechselwirkungen zwischen Nervensystem und Hormonsystem spielten auch im Forschungsprojekt von Dr. Mario Detomas eine Rolle. Während seiner Weiterbildung in der Endokrinologie am UKW forschte er an der Queen Mary University of London (QMUL) in der Arbeitsgruppe von Prof. Marta Korbonits zur Hypothalamus-Hypophysen-Achse bei Akromegalie und zu genetischen Mechanismen so genannter pituitärer Erkrankungen, also Krankheiten der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). 

Kardiales Remodeling und Herzfunktion in einem AIP-Knockout-Mausmodell der Akromegalie: Einfluss von Somatostatin-Analoga der ersten und zweiten Generation

Akromegalie ist eine seltene Krankheit, bei der der Körper zu viel Wachstumshormon produziert. In einem Teil der Fälle, insbesondere bei genetisch bedingten Formen, spielt das AIP-Gen (Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor-Interaktionsprotein) eine wichtige Rolle. Das AIP-Protein beeinflusst verschiedene Signalwege in den Zellen der Hypophyse und hilft dabei, das Wachstum der Hypophysenzellen, die Hormone produzieren, zu kontrollieren. Es wirkt also wie eine Bremse für das Wachstum dieser Zellen. Fehlt diese Bremse, kann dies zu Hypophysentumoren und einer vermehrten Hormonproduktion führen – eine Ursache für Akromegalie. Diese kann wiederum langfristig zu Veränderungen an verschiedenen Organen, besonders am Herzen, führen.   

„In unserer Arbeit haben wir ein genetisch definiertes Mausmodell mit hypophysenspezifischem Verlust des AIP-Gens untersucht. Dieses Modell bildet die für Akromegalie typischen Hypophysentumoren und die daraus resultierende kardiovaskuläre Beteiligung in einer dem Menschen ähnlichen Weise nach“, erläutert Mario Detomas. Die Tiere entwickelten die für Akromegalie typischen Herzprobleme, darunter eine Verdickung des Herzmuskels und Vernarbungen. Diese Veränderungen konnten durch zwei Medikamente aus der Akromegalie-Therapie, sogenannte Somatostatin-Analoga, abgemildert werden.  Besonders interessant war laut Detomas der direkte Vergleich der Somatostatin-Analoga: „Obwohl Pasireotid den Hormonüberschuss stärker beeinflusste, zeigte Octreotid mindestens vergleichbare, teilweise sogar günstigere Effekte auf das Herzgewebe. Das spricht dafür, dass der Schutz für das Herz nicht allein durch die Senkung der Hormonwerte (GH und IGF-1) wirkt, sondern möglicherweise auch direkt am Herzgewebe.“ 

Die Ergebnisse tragen insgesamt dazu bei, die Herzbeteiligung bei Akromegalie besser zu verstehen und langfristig Behandlungsmethoden zu entwickeln, die sowohl die Hormone als auch das Herz gezielt schützen. Als nächsten Schritt möchte das Team die Effekte der Somatostatin-Analoga auf translationaler Ebene genauer untersuchen und gezielt prüfen, inwieweit sich diese Befunde auf den Menschen übertragen lassen.

Förderungen 

Beide Forschenden wurden durch das Clinician-Scientist-Programm RISE der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) sowie durch die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung (ELHKS) gefördert. Mario Detomas erhielt zusätzliche Förderungen durch den Rolf Gaillard FEEL-UEMS Award 2024 sowie den EYES-ROP Award der European Young Endocrinologists and Scientists (EYES). Hanna Remdes Forschung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB TRR 205: Die Nebenniere: Zentrales Relais in Gesundheit und Krankheit (Förderkennzeichen 314061271-TRR/CRC 205-1/2) unterstützt. 

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation

Preisträgerin mit Urkunde auf der Bühne, links steht Martin Fassnacht, rechts von ihr Jan P. Tuckermann mit Krücken.
Preisträgerin Dr. Hanna Remde mit dem amtierenden Präsidenten der DGE, Prof. Jan P. Tuckermann (rechts), und dem designierten Präsidenten der DGE, Prof. Martin Fassnacht. © M. Then, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Preisträger Dr. Mario Detomas mit Urkunde auf der Bühne, rechts steht  Prof. Jan P. Tuckermann auf Krücken, links von ihm Prof. Martin Fassnacht.
Preisträger Dr. Mario Detomas mit dem amtierenden Präsidenten der DGE, Prof. Jan P. Tuckermann (rechts), und dem designierten Präsidenten der DGE, Prof. Martin Fassnacht. © M. Then, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)

Genetische Herzmuskelerkrankung ARVC: Experten, Ärzte und Betroffene im Austausch

ARVC erkennen, verstehen, behandeln und mit der seltenen Herzmuskelerkrankung leben: Hochkarätiges Fach- und Patientensymposium in Würzburg

Die meisten Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats des Vereins ARVC-Selbsthilfe e.V. bereichern die Würzburger Symposien zu Arrhythmogenen Kardiomyopathien am 6./7. März 2026 mit ihrer Expertise. Der Sprecher des Beirats, Eric Schulze-Bahr vom Universitätsklinikum Münster (hintere Reihe, 2. v. r.) moderiert gemeinsam mit Brenda Gerull (vordere Reihe, links) das Ärztesymposium. Die Düsseldorfer Sportkardiologin Susanne Berrisch-Rahmel (vorne rechts) referiert zum Beispiel über den jungen athletischen Patienten, Grundlagenforscherin. Larissa Fabritz vom UKE (hinten links) spricht u. a. über medikamentöse Therapien. Hendrik Milting (vorne, Mitte) aus Bad Oeynhausen beleuchtet die genetische Diagnostik. Eimo Martens aus München (2. Reihe, links) stellt bei dem von Ruth Biller (2. v.r.) organisierten ARVC-Symposium ICDs vor, Matthias Paul aus Münster (2. Reihe, 2. v.l.) leitet einen Workshop zu ARVC-Basics. © Andreas Reiter

Rund um den Tag der Seltenen Erkrankungen laden das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz und die ARVC-Selbsthilfe e. V. zu zwei kostenfreien Symposien über Arrhythmogene Kardiomyopathien in Würzburg ein - mit aktuellen Erkenntnissen zu Diagnostik und Therapie der seltenen, genetisch bedingten Herzmuskelerkrankung und Prävention des plötzlichen Herztods.

Würzburg. Wenn das Herz aus dem Takt gerät oder schwächer wird, kann eine seltene Erkrankung dahinterstecken: die arrhythmogene (rechtsventrikuläre) Kardiomyopathie (ARVC/ACM). Bei dieser genetisch bedingten, eher seltenen Herzmuskelerkrankung verändert sich der Herzmuskel – oft in der rechten, aber auch der linken Herzkammer – schleichend. Dabei wird gesundes Muskelgewebe durch Fett- und Bindegewebe ersetzt, was das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz deutlich erhöht. Besonders tragisch ist, dass ARVC/ACM häufig junge, sportlich aktive Menschen betrifft und zu den wichtigsten Ursachen für den plötzlichen Herztod im jungen Erwachsenenalter zählt. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Betreuung können Leben retten.

Freitag: Ärztesymposium des DZHI „Arrhythmogene Kardiomyopathien (ACM): Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven“ 

Wann sollte man bei der Differentialdiagnostik an eine ARVC/ACM denken? Welche innovativen Therapien kommen in Frage? Und warum macht eine molekulare Autopsie Sinn? Diese und weitere Fragen werden beim Ärztesymposium „Arrhythmogene Kardiomyopathien (ACM): Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven“ am Freitag, dem 6. März, von 14 bis 18 Uhr im Hörsaal des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) auf dem Gelände des Uniklinikums Würzburg (UKW) beantwortet. „Wir werden viele interessante Themen besprechen, die auch für andere genetisch bedingte Kardiomyopathien und Herzrhythmusstörungen relevant sind. Neben der klinischen und genetischen Diagnostik sowie aktuellen Therapien stehen auch Aspekte wie Sport und psychokardiologische Aspekte auf der Agenda“, kündigt Prof. Dr. Brenda Gerull an. Die Kardiologin der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW leitet das Department für Kardiovaskuläre Genetik am DZHI. Für das Symposium konnte sie zahlreiche hochkarätige Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland gewinnen und freut sich über einen regen Austausch, der am nächsten Tag um den Kreis der Patientinnen und Patienten erweitert wird. 

Samstag: Symposium der ARVC-Selbsthilfe e. V. für Betroffene, Angehörige und Interessierte 

Am 7. März findet im DZHI nämlich das erste Würzburger ARVC-Symposium des Vereins ARVC-Selbsthilfe e. V. statt. Die Organisation hat federführend die Vorstandsvorsitzende und Gründerin des Vereins, Dr. Ruth Biller, übernommen. „Als unsere älteste Tochter Judith 2011 aus vermeintlich völliger Gesundheit heraus am plötzlichen Herztod verstarb, wurde mein Leben, das ich bis dahin auf der Sonnenseite verbracht hatte, komplett auf den Kopf gestellt. Die Diagnose ARVC erhielt unsere Familie erst ein Jahr später nach einer in dieser Situation extrem belastenden Odyssee“, erzählt sie und fügt hinzu: „Heute trage ich auf vielfältigen Wegen mit der ARVC-Selbsthilfe dazu bei, die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern, ihnen ein ähnliches Familienschicksal zu ersparen und eine Zukunftsperspektive zu bieten.“ Dafür vernetzt sie sich national und international mit Expertinnen und Experten aus Klinik, Praxis und Forschung sowie mit anderen Patientenorganisationen.

Veranstaltung rund um den Tag der Seltenen Erkrankungen

Ruth Biller und Brenda Gerull, die im wissenschaftlichen Beirat der ARVC-Selbsthilfe aktiv ist, versprechen einen abwechslungsreichen Tag mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und erstmalig Workshops und Live-Q&A-Sessions für Betroffene und Angehörige. Durch den Tag führt die Moderatorin Ulrike Ostner vom Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, „Notizbuch/Gesundheitsgespräch“). Die Veranstaltung, die bewusst um den Tag der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar gelegt wurde, wird finanziell vom BKK-Dachverband und dem European Reference Network (ERN GUARD-Heart) unterstützt. 

Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenfrei. Für das Ärztesymposium, das mit vier Fortbildungspunkten zertifiziert wird, ist keine Anmeldung erforderlich. Für das ARVC-Symposium gibt es bereits weit über 100 Anmeldungen, sodass inzwischen eine Warteliste geführt wird. Interessierte können auf der Webseite arvc-selbsthilfe.org und unter der E-Mail-Adresse info@arvc-selbsthilfe.org weitere Informationen einholen.

Programm des Ärztesymposiums

Programm des ARVC-Symposiums

Die meisten Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats des Vereins ARVC-Selbsthilfe e.V. bereichern die Würzburger Symposien zu Arrhythmogenen Kardiomyopathien am 6./7. März 2026 mit ihrer Expertise. Der Sprecher des Beirats, Eric Schulze-Bahr vom Universitätsklinikum Münster (hintere Reihe, 2. v. r.) moderiert gemeinsam mit Brenda Gerull (vordere Reihe, links) das Ärztesymposium. Die Düsseldorfer Sportkardiologin Susanne Berrisch-Rahmel (vorne rechts) referiert zum Beispiel über den jungen athletischen Patienten, Grundlagenforscherin. Larissa Fabritz vom UKE (hinten links) spricht u. a. über medikamentöse Therapien. Hendrik Milting (vorne, Mitte) aus Bad Oeynhausen beleuchtet die genetische Diagnostik. Eimo Martens aus München (2. Reihe, links) stellt bei dem von Ruth Biller (2. v.r.) organisierten ARVC-Symposium ICDs vor, Matthias Paul aus Münster (2. Reihe, 2. v.l.) leitet einen Workshop zu ARVC-Basics. © Andreas Reiter

Neuer Hybrid-Operationssaal erfolgreich im Einsatz

Mehr Sicherheit, kürzere Wege und präzisere Eingriffe: Hybrid-OP des UKW vereint Bildgebung und operative Therapie

Der 66 Quadratmeter große Hybrid-OP wird von verschiedenen Klinikbereichen des UKW genutzt. © Kim Sammet / UKW
Der 66 Quadratmeter große Hybrid-OP wird von verschiedenen Klinikbereichen des UKW genutzt. Auf dem Bild: Dr. Khaled Hamouda, Prof. Stefan Frantz, Privatdozent Frank Schönleben, Kristin Uhl. © Kim Sammet / UKW
OP-Pflegekraft Ayse Ceylan steuert die neue Röntgenanlage im Hybrid-OP des UKW. © Kim Sammet / UKW
OP-Pflegekraft Ayse Ceylan steuert die neue Röntgenanlage im Hybrid-OP des UKW. © Kim Sammet / UKW

Würzburg. Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) wird nun in einem neuen Hybrid-Operationssaal operiert. Der 66 Quadratmeter große Raum vereint modernste hochauflösende radiologische Bildgebung und voll ausgestattete operative Infrastruktur.

Ein konkretes Beispiel: Bei einem Aortenaneurysma, einer potenziell lebensbedrohlichen Erweiterung der Hauptschlagader, ist die exakte und zügige Platzierung eines Stents zur Stabilisierung der Arterie und Ausschaltung des Aneurysmas entscheidend für den Behandlungserfolg. Gefäßchirurginnen und -chirurgen implantieren diesen Stent im Hybrid-OP. Dank integrierter Echtzeit-Bildgebung lassen sich dessen Platzierung und der Blutfluss unmittelbar kontrollieren – ohne Umlagerung des Patienten und ohne Zeitverlust zwischen Diagnostik und Therapie.

„Mit unserem neuen Hybrid-OP setzen wir Maßstäbe in der intraoperativen Diagnostik und Behandlung. Er stärkt die interdisziplinäre Zusammenarbeit und ermöglicht hochkomplexe Eingriffe auf universitärem Spitzenniveau“, sagt Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW.

Die parallele Durchführung von Diagnostik und Therapie hat spürbare Vorteile für Patientinnen und Patienten sowie für die Behandlungsteams, darunter kürzere Eingriffszeiten, maximale Präzision durch Echtzeit-Bildgebung, der größtmögliche Erhalt gesunden Gewebes und zusätzliche Sicherheit durch direkte intraoperative Kontrollmöglichkeiten. 

Umbau und Modernisierung in Eigenregie

Im April 2025 begann unter der Leitung des Geschäftsbereichs „Technik und Bau“ des UKW der Umbau des spezialisierten Operationsbereichs. Dabei wurde der Hybrid-OP in den zentralen OP-Bereich des Zentrums für Operative Medizin integriert. Zudem wurde auch ein großer Teil des Operationstrakts modernisiert und reorganisiert. Nach einer Bauzeit von neun Monaten ging der neue Hybrid-Operationssaal am 19. Januar 2026 erfolgreich in Betrieb.

Mit dem Umzug wurde die technische Ausstattung des Hybrid-OP‘s modernisiert und deutlich erweitert. Die Bildgebung erfolgt nun über einen flexibel steuerbaren, bodengebundene Roboterarm, während früher eine fest an der Decke montierte Anlage genutzt wurde. „Die neue Bauart ermöglicht eine optimale Flächennutzung, optisch ähnelt der Hybrid-OP einem konventionellen OP-Saal“, erläutert Dr. András K. Szabó, Leiter des OP-Managements am UKW. „Dadurch finden sich die unterschiedlichen chirurgischen Teams schnell zurecht und der Saal kann sehr flexibel für verschiedene Eingriffe genutzt werden.“ 

Flexible Nutzung für mehrere Fachdisziplinen 

Der Hybrid-OP wird für Eingriffe der Gefäßchirurgie sowie gemeinsame Eingriffe der Kardiologie und Herzchirurgie genutzt. Perspektivisch wird auch die Unfallchirurgie des UKW im Hybrid-OP operieren.

„Bei kathetergestützten Herzklappentherapien werden die Herzklappen in der Mehrzahl der Fälle über die Leistenarterie eingebracht. Wir haben also bei der Implantation keine direkte Sicht auf die zu ersetzende Klappe, sondern sind auf präzise Bildinformationen angewiesen. Gleichzeitig wird aber das komplette Arbeitsumfeld eines OP-Saals benötigt; in seltenen Fällen muss auch einmal auf einen offenen Eingriff gewechselt werden. Der Hybrid-OP ist also das ideale Arbeitsumfeld, um modernste Herzklappen exakt und sicher zu implantieren“, betont Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I.

„Mit dem neuen robotergestützten Angiografie-System im Hybrid-OP können wir unsere Patientinnen und Patienten noch gezielter und schonender behandeln. Insbesondere bei komplexen arteriellen Erkrankungen wie Aneurysmen unterstützt die Anlage wie ein Navigationssystem dabei, die notwendigen Prothesen punktgenau an den betroffenen Stellen einzusetzen. Die neu angeschaffte Röntgenanlage lässt sich sehr präzise steuern und liefert hervorragende Bilder. Diese exzellenten Rahmenbedingungen tragen wesentlich zu einer gesteigerten Patientensicherheit bei“, ergänzt Privatdozent Dr. Frank Schönleben, Leiter der Gefäßchirurgie in der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des UKW.

Verbesserte Arbeitsbedingungen für OP-Pflegekräfte

In der OP-Schleuse wurde im Zuge der Umbauarbeiten ein deckenmontierter Patientenlifter installiert. Dieser erleichtert das Umlagern narkotisierter Patientinnen und Patienten zwischen Klinikbett und OP-Tisch. „Der Lifter ermöglicht den Pflegekräften rückenschonendes und sicheres Arbeiten und gewährleistet zugleich ein hohes Maß an Patientensicherheit“, erklärt Kristin Uhl, Gesamtleitung der OP-Pflege im Zentral-OP.

Weitere Informationen zum Zentral-OP und weiteren OP-Bereichen des UKW

Im Zentral-OP des Zentrums für Operative Medizin operieren fünf Kliniken des UKW in 18 Operationssälen:

  • die Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie,
  • die Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie,
  • die Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie,
  • die Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie und
  • die Medizinische Klinik I.

Weitere OP-Bereiche des UKW befinden sich in der Kopfklinik (Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Neurochirurgie und Augenklinik), der Frauenklinik, der Dermatologie sowie in der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie.

Weitere Stimmen zum neuen Hybrid-OP 

  • „Wie der Name schon sagt, vereint der Hybrid-Saal die Vorteile einer chirurgischen Operation mit denen einer röntgengeführten Intervention. Dadurch können unsere Patientinnen und Patienten noch schonender und effizienter behandelt werden.“ – Dr. Khaled Hamouda, Stellvertretender Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie
  • „Aus anästhesiologischer Sicht ist der Hybrid-OP ein zentraler Baustein moderner Hochleistungsmedizin. Die Kombination aus Raum, Technologie und interdisziplinärer Zusammenarbeit schafft die Grundlage für eine individualisierte, hochpräzise Patientenversorgung.“ - Privatdozent Dr. Maximilan Kippnich, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
  • „Da der OP-Betrieb uneingeschränkt weiterlaufen musste, wurden die Bauarbeiten für den neuen Hybrid-Operationssaal während des laufenden Betriebs realisiert. Das erforderte eine präzise Abstimmung aller Beteiligten sowie ein hohes Maß an Flexibilität. Zusätzlich zu den ausführenden Gewerken waren phasenweise mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden unserer Bauabteilung parallel im Projekt eingebunden.“ – Bertram Bräutigam, Leiter der Abteilung „Bau“ im Geschäftsbereich Technik und Bau
  • „Für die erfolgreiche Neugestaltung des Hybrid-OP‘s war vor allem das fachübergreifende Miteinander während der gesamten Projektdauer entscheidend. Nur durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Vorstand, Ärzteschaft, Pflege, Einkauf, Planern und Technikern konnte das Projekt im vorgesehenen Zeitplan umgesetzt werden.“ – Jörn Braungardt, Leiter des Geschäftsbereichs Technik und Bau
  • „Die minimalinvasive, Katheter-basierte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Herzklappenerkrankungen gehört zu den großen medizinischen Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre. Gerade ältere, aber zunehmend auch jüngere Erkrankte profitieren maximal von einer stetig wachsenden Anzahl hocheffektiver, schonender Therapieverfahren. Der neue Hybrid-OP setzt hier neue Maßstäbe, um in diesem wichtigen Behandlungsfeld auch für die Zukunft die bestmögliche Therapie für unsere Patientinnen und Patienten am UKW zu ermöglichen.“ – Privatdozent Dr. Peter Nordbeck, Leiter der Kardiologie und des Herzkatheterlabors in der Medizinischen Klinik I

 

Text: Annika Wolf / UKW

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten

Vermittlung/Pforte
Täglich
05:30 Uhr bis 22:00 Uhr

Telefon

ZIM-Pforte
+49 931 201-57057 oder
+49 931 201-57056

sonst bitte ZOM-Pforte
+49 931 201-55777

Befundanforderung
+49 931 201-39208
Fax: +49 931 201-639208
E-Mail: m1_info@ ukw.de 

Anlaufstelle für Studierende
Lehrkoordinatorin Sabine Schmitt
+49 931 201-39771
E-Mail: lehrkoordination-innere-medizin@ ukw.de 

Privatärztliche Abrechnung
+49 931 201-39003
E-Mail: endres_c@ ukw.de

Kontakte

Direktion
Prof. Dr. med. Stefan Frantz
E-Mail: m1_direktion@ ukw.de

Direktionsbüro
Ines Weyer
E-Mail: weyer_i@ ukw.de
Fax: +49 931 201-639001


Anschrift

Medizinische Klinik und Poliklinik I des Universitätsklinikums | Zentrum Innere Medizin (ZIM) |Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A3 | 97080 Würzburg | Deutschland