Illustrationsbild: Behandlung eines Thrombosepatienten

Thrombose und Embolie

Venöse und arterielle Gefäßverschlüsse stellen in der Regel einen Notfall dar, der einen unverzüglichen Krankenhaus-Aufenthalt erforderlich macht. Häufig ist sogar eine intensivmedizinische Überwachung nötig. Auf der medizinischen Intensivstation wird am häufigsten die Lungenembolie behandelt.  

Thrombose oder Embolie?

Ein Gefäßverschluss entsteht meist durch ein Blutgerinnsel, das in der Fachsprache als Thrombus bezeichnet wird. Liegt der Verschluss an der Stelle, an welcher sich der Thrombus gebildet hat, liegt eine Thrombose vor. Manchmal brechen aber Teile des Gerinnsels ab, werden mit der Blutbahn weiterbefördert und verstopfen an anderer Stelle ein anderes Gefäß. Dieser verschleppte Thrombus heißt dann Embolus und löst eine Embolie aus.

Ursache

Einer Thrombose liegt entweder ein Gefäßwandschaden, eine verlangsamte Blutströmung oder eine erhöhte Gerinnungsneigung zugrunde. Typisch für einen verlangsamten Blutfluss ist lange Immobilität, beispielsweise bei Bettlägerigkeit oder bei Fernreisen im Flugzeug. Die Gerinnung kann durch eine Krebserkrankung, die Einnahme der Pille oder als Nebenwirkung anderer Medikamente beeinflusst werden. In manchen Fällen liegt auch eine erbliche Variante zur Gerinnungsneigung vor.

Symptome

Je nach Art des Gefäßverschlusses kommt es entweder zu einer Blutstauung oder zu einer Minderdurchblutung. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TBVT) färbt sich der Unterschenkel leicht bläulich und schwillt an. Ist eine Arterie verstopft, blasst und kühlt das Gebiet hinter dem Verschluss ab. Beides ist sehr schmerzhaft. Die größte Gefahr eines Gefäßverschlusses ergibt sich aus der unzureichenden Blutversorgung, die in Folge zu einem dauerhaften Funktionsverlust in den Körperteilen oder Organen wie Darm, Gehirn, Lunge oder Beinen führen kann.

Lungenembolie

Das Gerinnsel in einer oder mehreren Lungenarterien stammt meist aus der tiefen Bein- oder Beckenvene. Über die untere Hohlvene, den rechten Vorhof und die rechte Herzkammer wandert der Blutpfropf in die Lungenarterie und bleibt je nach Größe in der Verästelung der Lungengefäße stecken. Wenn ein sehr großer Embolus die gesamte Lungenarterie verschließt, kommt es zu plötzlich starker Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, Herzrasen, Bewusstlosigkeit oder sogar zum Sekunden-Herztod: Die rechte Herzkammer ist schlagartig überbelastet und kann gegen den Widerstand in der Lunge nicht anpumpen.

Therapie

Neben der Stabilisierung von Atmung und Kreislauf besteht die intensivmedizinische Therapie aus der schnellen Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten wie Heparin oder der Zufuhr sogenannter Fibrinolytika, welche das Gerinnsel auflösen. Da bei der als Lyse bezeichneten Therapie die Gefahr innerer Blutungen steigt, ist eine strenge Überwachung erforderlich. Bei sehr schweren Formen der Lungenembolie bleibt nur die Anlage einer künstlichen Lunge, der sogenannten ECMO, oder die offene Operation unter Anwendung der Herz-Lungen-Maschine.

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