Peritonealdialyse – Bauchfelldialyse

Bei der Peritoneal- oder Bauchfelldialyse übernimmt das eigene Bauchfell die Filterfunktion. Dieses Nierenersatzverfahren innerhalb des eigenen Körpers muss jeden Tag durchgeführt werden, kann dafür aber in den meisten Fällen zu Hause und eigenständig vorgenommen werden.

Die Peritonealdialyse als vollwertiges Nierenersatzverfahren steht Patientinnen und Patienten zur Verfügung, deren Bauchfell gesund ist, die keine Verwachsungen im Bauchraum aufweisen, die nicht unter entzündlichen Darmerkrankungen leiden und gerne selbständig mit ihrer Krankheit umgehen möchten.

Wie funktioniert die Peritonealdialyse?

Da das Bauchfell, lateinisch Peritoneum, von Natur aus mit kleinen Poren für den Stoffaustausch durchsetzt ist, kann man es als Filtermembran verwenden. Dazu lässt man eine Lösung über einen Schlauch in die Bauchhöhle einlaufen, die dort vier bis acht Stunden verbleibt. Anschließend wird das Dialysat, das nun mit Schadstoffen und überschüssigen Salzen angereicht ist, wieder abgelassen. Dieser Vorgang und der damit verbundene Wechsel der Spülflüssigkeit über einen Beutel werden vier- bis fünfmal am Tag durchgeführt und dauern etwa je eine halbe Stunde. Alternativ können die Wechsel auch mit Hilfe einer Maschine automatisch durchgeführt werden.

Der Peritonealdialysekatheter

Zur Vorbereitung auf eine Peritonealdialyse wird in einer etwa 30-minütigen Operation unter Vollnarkose ein Katheter in die Bauchhöhle eingesetzt. Er heilt in die Bauchwand ein und bleibt dauerhaft im Körper.

Vorteile der Peritonealdialyse

  • zeitliche Unabhängigkeit
  • geringere Auswirkungen auf Familien-, Sozial- und Berufsleben
  • geringere Belastung des Organismus
  • geeignet für Patientinnen und Patienten mit kombinierter Herz-Nieren-Schwäche
  • Nierenrestfunktion bleibt länger erhalten.

Nachteile der Peritonealdialyse

  • tägliche Dialyse
  • Selbstdisziplin notwendig
  • manuelles Geschick erforderlich
  • sachgerechte Desinfektion von Händen, Unterarmen und Tragen eines Mundschutzes bei jedem Beutelwechsel
  • Gefahr einer Bauchfellentzündung
  • manchmal keine endgültige Lösung, da durch Veränderungen des Bauchfells dennoch zur Hämodialyse gewechselt werden muss
  • geeigneter Stauraum in Wohnung oder Haus für Dialyseflüssigkeit nötig

Betreuung

Die Nephrologie betreut alle Patientinnen und Patienten mit einer Peritonealdialyse, die in der Universitätsklinik stationär liegen. Dazu zählen das Anlernen nach Versorgung mit einem Dialysekatheter und die Kontrolle des Verlaufs etwa alle drei Monate. Dabei führen wir regelmäßige laborchemische und klinische Untersuchungen durch und stehen Ihnen mit Rat und Tat zu Seite.

Weitere Informationen zur Peritonealdialyse erhalten Sie in unserem Informationsblatt zur Peritonealdialyse.

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