Schilddrüsenkarzinom

Das Schilddrüsenkarzinom zählt zwar zu den seltenen Krebserkrankungen, ist jedoch der häufigste bösartige Tumor im Bereich der Endokrinologie. Abklärung und Therapie sollten unbedingt in einem interdisziplinären Zentrum erfolgen. Allein dadurch lässt sich die bestmögliche Effizienz erzielen.

Knoten oder Krebs?

Die Schilddrüse als schmetterlingsförmiges Gebilde unterhalb des Kehlkopfs ist für zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper zuständig: So regelt sie den Energiehaushalt und hat Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Viele Menschen haben entweder eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, wodurch sich die Schilddrüse vergrößern und ein sogenannter Kropf entstehen kann. Manchmal bilden sich aber auch heiße oder kalte Knoten, je nachdem ob Hormone ausgeschüttet werden oder nicht. Einige dieser Knoten können entarten und entwickeln sich zum Schilddrüsenkarzinom.

Verschiedene Krebsarten

Vereinfacht lassen sich die Schilddrüsenkarzinome in vier Gruppen einteilen:

  • Mit 90 Prozent am häufigsten, aber am besten behandelbar ist das differenzierte Schilddrüsenkarzinom. In sogenannter papillärer
  • oder follikulärer Form entsteht es aus Schilddrüsenzellen, kann meist Jod speichern und wächst sehr langsam.
  • Das medulläre Schilddrüsenkarzinom wird auch C-Zellenkarzinom genannt, da es das Hormon Calcitonin ausschüttet. Durch Bestimmung des Calcitonin-Spiegels im Blut kann es relativ frühzeitig erkannt werden. In 50 Prozent der Fälle liegt eine erbliche Veranlagung vor.
  • Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom zeichnet sich durch wildes Zellwachstum aus und lässt sich am schlechtesten behandeln. Es kommt meist im hohen Alter vor und betrifft zwei Prozent aller Schilddrüsenkarzinome. Es ist damit sehr selten.

Diagnostik

Die Abgrenzung eines gutartigen Knotens von einem Schilddrüsenkarzinom erfolgt in einer Stufendiagnostik, die aus Laborwerten, Ultraschalluntersuchung und Szintigraphie besteht. Für eine bessere Beurteilung des Knotengewebes wird manchmal noch eine Feinnadelbiopsie durchgeführt.

Interdisziplinäre Therapie

Im Dialog zwischen Endokrinologie, Chirurgie und Nuklearmedizin wird im gemeinsamen Schilddrüsenzentrum die für die Patientin oder den Patienten optimale Therapie ermittelt. Im Vordergrund steht stets die operative Entfernung des Tumors. Bei den Jod speichernden Tumoren schließt sich eine Radiojodtherapie an, welche die restlich verbliebenen  Krebszellen aufspürt und vernichtet. Bei den anderen Tumoren folgt eine Chemotherapie, beim anaplastischen Karzinom manchmal auch eine Bestrahlung. Die Effizienz und Heilungsrate hängt dabei vom Tumorstadium ab.

Nachbehandlung

Nach Operation und Radiojodtherapie sind eine lebenslange Behandlung mit Schilddrüsenhormonen und eine konsequente Nachsorge erforderlich.

Klinische Studien

Gemeinsam mit der Klinik für Nuklearmedizin arbeiten wir in präklinischen Projekten sowie in klinischen Studien an der Verbesserung der Prognose der unterschiedlichen Schilddrüsenkarzinome.

Leitung

Prof. Dr. med.
Martin Fassnacht

Leiter der Endokrinologie und Diabetologie

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Anschrift:

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