Illustrationsbild: Versorgungsgeräte aus der Intenvis- und Notfallmedizin

Stoffwechselentgleisungen

In bedrohlichen Situationen werden Hyponatriämie und Entgleisungen des Zuckerstoffwechsels auf einer Intensivstation behandelt.

Hyponatriämie

Zu den häufigsten Elektrolytstörungen zählt der Natriummangel im Verhältnis zum Wasservolumen im Blut. Ausgelöst durch exzessives Trinken bei gleichzeitigem Salzverlust, wie etwa beim Marathonlauf, verstärkte Wassereinlagerungen aufgrund eines Nieren- oder Leberversagens oder als Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zeigt sich die Hyponatriämie mit vielen Gesichtern: Allgemeine Schwäche, Antriebslosigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen führen unbehandelt zu Erbrechen, Krampfanfällen, Verwirrtheit und schließlich ins Koma.

Hyperosmolare Stoffwechselentgleisung

Umgekehrt verhält es sich bei einem relativen Wassermangel im Gegenzug zu einer erhöhten Konzentration an Elektrolyten oder anderen osmotisch wirksamen Teilen im Blut. Dies ist auch bei einer Zuckerkrankheit zu beobachten. Zu viel Zucker befindet sich im Blut und wird aufgrund eines Insulinmangels unzureichend in die Zellen aufgenommen. Durch eine vermehrte Zucker-Ausscheidung über die Nieren kommt es zusätzlichen zu einem Wasserverlust. Außerdem verschiebt sich das Natrium-Kalium-Gleichgewicht im Gehirn. Symptomatisch stehen ein großes Durstgefühl, Schwindel, Bauchschmerzen und Übelkeit im Vordergrund. 

Ketoazidose

Wenn die Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin mehr produziert und die Zellen keinerlei Zucker mehr aufnehmen, wird der Energiestoffwechsel mit Ersatzmolekülen aufrechterhalten. Diese Ketonkörper übersäuern aber das Blut. Die Patientin oder der Patient versucht durch vertiefte Atmung Kohlendioxid abzuatmen und dadurch die Übersäuerung zu kompensieren. Dennoch drohen unbehandelt Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen und schließlich Koma oder Tod.

Hypoglykämie

Diabetiker können jedoch auch durch eine Unterzuckerung in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten. Infolge einer Überdosierung Blutzucker senkender Medikamente, zu geringer Kohlenhydrataufnahme oder exzessivem Sport kann der Zuckerspiegel so tief sinken, dass das Gehirn mit Funktionsstörungen reagiert. Sprachstörungen, Unruhezustände, Verwirrtheit oder Halluzinationen sind oft Vorboten eines hypoglykämischen Schocks.

Intensivmedizinische Therapie

Jede Stoffwechselentgleisung bei drohendem Koma wird intensivmedizinisch betreut. Je nach Ursache, die laborchemisch nachgewiesen werden kann, wird Flüssigkeit zugeführt, der Elektrolytspiegel entweder ergänzt oder gesenkt sowie durch Insulingabe oder Zuckerinfusion eine diabetische Stoffwechselentgleisung ausgeglichen. Entsprechend wird die Übersäuerung abgebaut und die Vitalparameter werden streng überwacht.

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Dirk Weismann

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