Aktuelle Meldungen

Aktionstag informiert über Kopfschmerzen und moderne Schmerztherapien

Am 2. Juni gibt es am Uniklinikum Würzburg bei einem Aktionstag Vorträge sowie Info-, Gesprächs- und Mitmachangebote zu chronischen Schmerzen. Im Mittelpunkt stehen Kopfschmerzen und Migräne.

Gebäude Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin
Der Aktionstag findet in den modernen Räumen des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin im Gebäude A9 des Uniklinikums Würzburg statt. © Monika Fischer / UKW

Würzburg. Am Dienstag, 2. Juni 2026, veranstaltet das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) am Uniklinikum Würzburg (UKW) erneut einen Aktionstag gegen den Schmerz. Von 15:00 bis 18:00 Uhr sind Betroffene, Angehörige und Interessierte ins Haus A9, Straubmühlweg 2a, zu Vorträgen, Informationsständen und Gesprächen mit Fachleuten eingeladen. 

In diesem Jahr richtet der Aktionstag den Fokus insbesondere auf Kopfschmerzen und Migräne – Erkrankungen, von denen allein in Deutschland rund 18 Millionen Menschen betroffen sind. Auch Kinder und Jugendliche können darunter leiden. Ziel der Veranstaltung ist es, über Ursachen, Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten zu informieren sowie praktische Hilfen für den Alltag aufzuzeigen. 

Vortragsprogramm ab 15:15 Uhr

Auf dem Programm stehen mehrere Fachvorträge: Um 15:15 Uhr spricht der Physiotherapeut und Sportwissenschaftler Stefan Lindner über Physiotherapie bei Kopfschmerzen. Anschließend – um 15:40 Uhr – greift Privatdozentin Dr. Delia Lorenz, Fachärztin für Neuropädiatrie, das Thema „Kopfschmerzen bei Kindern & Jugendlichen“ auf. Um 16:00 Uhr stellt die Lachyogalehrerin Tessa Maria Lambrich Lachyoga bei chronischen Schmerzen vor. Den Abschluss der Vortragsreihe bildet um 17:00 Uhr Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, Leitende Oberärztin der Neurologie, mit einem Überblick zu Verständnis, Diagnose und Behandlung von Kopfschmerzen. 

Ein Marktplatz mit Infoständen

Ergänzend werden auf einem „Marktplatz“ viele Unterstützungs- und Therapieangebote präsentiert – darunter Psychosomatik, Ergotherapie, Aromatherapie, Maltherapie, Palliativmedizin, stationäre Schmerztherapie sowie aktuelle klinische und experimentelle Forschung. Auch Selbsthilfegruppen für Migräne und chronische Schmerzen aus Würzburg sind vertreten. Die Besucherinnen und Besucher können sich zudem über Verfahren wie die transkutane elektrische Nervenstimulation informieren. 

Weitere Infos zum kostenlosen Aktionstag gibt es unter: www.ukw.de/zis

Text: Pressestelle / UKW

Gebäude Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin
Der Aktionstag findet in den modernen Räumen des Zentrums für interdisziplinäre Schmerzmedizin im Gebäude A9 des Uniklinikums Würzburg statt. © Monika Fischer / UKW

Die Myelom-Weltelite traf sich in Würzburg

Beim „7th Würzburg Myeloma Workshop“ des Uniklinikums Würzburg tauschten sich international führende Forscherinnen und Forscher über aktuelle Erkenntnisse zum Multiplen Myelom aus.

 

Gruppenfoto von Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops vor einem Gebäude..
Die Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops. © Benedikt Knüttel / UKW

Würzburg. Vom 23. bis 25. April dieses Jahres veranstaltete die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) den 7. Würzburger Myelom-Workshop. Rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt nutzten die renommierte Fachkonferenz, um sich über neue wissenschaftliche und therapeutische Erkenntnisse zum Multiplen Myelom zu informieren.

Myelom-Zellen manipulieren ihre Mikroumgebung

Dabei lieferten die Referierenden unter anderem Neuigkeiten zur Tumorbiologie der bösartigen Erkrankung des Knochenmarks und verdeutlichten die Interaktion der Myelom-Zellen mit ihrer Mikroumgebung. „Wichtig ist hier vor allem die Entdeckung, dass die Tumorzellen mit dem Knochenmark, in dem sie sich ansiedeln, intensive Austauschprozesse pflegen. Diese verändern das lokale Mikromilieu so, dass das Knochenmark das Tumorwachstum unterstützt“, schildert Prof. Dr. Hermann Einsele. Als Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW und international anerkannter Myelom-Experte fungierte er erneut als Hauptorganisator und zentraler Motor des Workshops. Als Co-Organisatoren unterstützten ihn dabei die Oberärzte Prof. Dr. Martin Kortüm und Prof. Dr. Leo Rasche.

Multiples Myelom ist nicht mehr als „unheilbar“ einzustufen

Nach Einseles Worten gab es auch zu den Behandlungsmöglichkeiten spannende Nachrichten. So ermöglicht die Quadrupeltherapie, die jetzt zusammen mit der Transplantation den neuen Therapiestandard darstellt, ein krankheitsfreies Überleben von durchschnittlich etwa 17 Jahren. Ferner können neue Therapien – wie bispezifische Antikörper und CAR-T-Zellen – selbst in der Rückfallsituation noch einmal langfristige Remissionen erreichen. „Aus unserem Workshop lässt sich meiner Meinung nach die Botschaft ableiten, dass das Myelom nicht mehr als unheilbare Erkrankung anzusehen ist, sondern dass wir mit den modernen Therapien eine lange Remissionsdauer, ja Heilung erreichen können“, unterstreicht der Klinikdirektor. 

In diesem Zusammenhang wurden bei der zweitägigen Veranstaltung im Rudolf-Virchow-Zentrum auf dem UKW-Campus auch Fragen diskutiert, wie: Wie lässt sich Heilung definieren? Mit welchen Biomarkern kann eine Heilung vorhergesagt werden? Und wie lassen sich die Nebenwirkungen der aktuell eingesetzten Therapien beherrschen und vermindern?

Zum Abschluss richteten vor allem Würzburger Fachleute in ihren Beiträgen den Blick auf die Immuntherapie der Zukunft, die verspricht, noch wirksamer und nachhaltiger zu sein.

„Es freut uns sehr, dass wir am Ende von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein durchgehend positives Feedback erhalten haben – zu den ausgewählten Themen, zu den Sprecherinnen und Sprechern, zu den Diskussionen sowie zum Rahmenprogramm“, zeigt sich Einsele rundum zufrieden. In diesem Zusammenhang lobte der Professor auch die perfekte Veranstaltungsorganisation und die hochengagierte Betreuung der internationalen Gäste durch Gabriele Nelkenstock und ihr Team von G&N Eventmanagement.

Text: Pressestelle / UKW

Impressionen vom 7th Würzburg Myeloma Workshop: Zur Bildergalerie

Gruppenfoto von Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops vor einem Gebäude..
Die Referentinnen und Referenten sowie Sitzungsleiterinnen und -leiter des 7. Würzburger Myelom-Workshops. © Benedikt Knüttel / UKW

DGIM prämiert Würzburger App Axia für Bewegungstherapie bei axialer Spondyloarthritis

Peter-Müller-Innovationspreis 2026 für Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) Axia

le Maire und Möckel stehen auf der Bühne und halten die Urkunde in den Händen
Maxime le Maire (links), Doktorand am Universitätsklinikum Würzburg und Mitentwickler der App Axia im Rahmen des Start-ups Applimeda, nahm den Peter-Müller-Innovationspreis 2026 von Prof. Dr. Martin Möckel von der Charité Universitätsmedizin Berlin entgegen. © DGIM / Sven Bratulic
Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW
Selfie von Marc Schmalzing, der den Arm um Patrick-Pascal Strunz gelegt hat - beide lachen in die Kamera
Die Würzburger Rheumatologen Patrick-Pascal Strunz (links) und Marc Schmalzing freuen sich über die gute Resonanz auf die App für Personen mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) - hier auf dem Europäischen Rheumatologie-Kongress (EULAR) im Juni 2025 in Barcelona. © Marc Schmalzing / UKW

Die in Würzburg entwickelte Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) Axia wurde von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) auf dem 132. Internistenkongress in Wiesbaden mit dem 1. Preis des renommierten Peter-Müller-Innovationspreis 2026 ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird jährlich für innovative digitale Entwicklungen mit medizinischem Nutzen vergeben. Axia kombiniert Übungsvideos, Wissensinhalte, Symptomtracking und alltagsnahe Unterstützung zur regelmäßigen Durchführung der personalisierten Bewegungstherapie bei axialer Spondyloarthritis.

Würzburg. „Dass die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin eine Therapie-App für die axiale Spondyloarthritis mit dem ersten Preis auszeichnet - obwohl die Rheumatologie eher zu den kleinen Fächern der Inneren Medizin zählt – ist eine ganz besondere Anerkennung für uns“, sagt PD Dr. Marc Schmalzing, Leiter des Schwerpunktes Rheumatologie/Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Axia, die gerade als erste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für entzündlich-rheumatische Erkrankungen zugelassen wurde, hat die Jury des Peter-Müller-Innovationspreis überzeugt. Die App setzte sich in einem Pitch auf dem 132. Internistenkongress in Wiesbaden durch und gewann den ersten Platz.

DiGA Axia verbessert die Versorgung bei axialer Spondyloarthritis zusätzlich zur medikamentösen Therapie 

Axia richtet sich an Menschen mit axialer Spondyloarthritis, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Wirbelsäule. Die App bietet individualisierte Übungsprogramme mit über 250 Übungsvideos, passt Inhalte an Beschwerden, Einschränkungen und Krankheitsverlauf an und unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, regelmäßig aktiv zu bleiben. Mit Erfolg. Erst kürzlich wurden die Ergebnisse der randomisiert-kontrollierten Studie mit 200 Teilnehmenden in der Fachzeitschrift „Annals of the Rheumatic Diseases“ publiziert (https://doi.org/10.1016/j.ard.2026.02.016). Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die das Standardverfahren erhielt, zeigte die Interventionsgruppe mit der Axia-App signifikante Verbesserungen in der Krankheitsaktivität, der Funktionsfähigkeit sowie der Lebensqualität. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten erreichte ein klinisch relevantes Therapieansprechen – deutlich mehr als in der Kontrollgruppe.

Axia schließt Versorgungslücke

„Axia integriert eine zentrale Säule der Therapie – die Bewegung – konsequent in den Alltag der Betroffenen und schließt damit eine bedeutende Versorgungslücke“, kommentiert Professor Dr. Martin Möckel, Vorsitzender der DGIM-Projektgruppe „DiGA/KI in Leitlinien“ und Mitglied der Jury des Peter-Müller-Innovationspreises.

Die digitale Therapiehilfe wurde von den Würzburger Medizinstudenten Maxime Le Maire und Tobias Heusinger sowie dem Informatiker Robert Leppich im Rahmen des Start-ups Applimeda und in Zusammenarbeit mit der der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB) und der Rheumatologie des UKW entwickelt. 

Neben Maxime Le Maire, der den Preis auf dem 132. Internistenkongress in Wiesbaden entgegennahm, freut sich auch PD Dr. Patrick-Pascal Strunz, Rheumatologe und Leiter der Studien zu Axia am UKW, über die Auszeichnung: „Die Auszeichnung würdigt den hohen klinischen Nutzen von Axia und spricht für die hohe Qualität unserer in Würzburg entwickelten App sowie der durchgeführten Studien. Unsere Studien zeigen, dass Axia eine sichere und wirksame ergänzende, nicht-medikamentöse Behandlungsoption darstellt, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis zusätzlich zur medikamentösen Therapie zu verbessern.“

Peter-Müller-Innovationspreis für innovative digitale Entwicklungen mit medizinischem Nutzen

Stifter des mit 10.000 Euro dotierten Peter-Müller-Innovationspreis ist die custo med GmbH mit Sitz in Ottobrunn. Mit dem Preis würdigt die DGIM digitale Innovationen, die einen besonderen Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte versprechen und die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen.

„Mit digitalen Tools lassen sich Versorgungslücken schließen – insbesondere bei chronischen Erkrankungen, bei denen der Therapieerfolg entscheidend vom Verhalten im Alltag abhängt“, so DiGA-Experte Möckel. Der Peter-Müller-Innovationspreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert - 1. Preis 5.000 €, 2. Preis 3.000 € und 3. Preis 2.000 €. Die weiteren Preise gingen an smartNTx, ein digitales Versorgungsangebot zur Nachsorge nach Nierentransplantation, sowie an die Macher von Kaia, einer DiGA für multimodale Schmerztherapie. 

Pressemeldung zur Zulassung

Pressemeldung zu den Ergebnissen der Studie

le Maire und Möckel stehen auf der Bühne und halten die Urkunde in den Händen
Maxime le Maire (links), Doktorand am Universitätsklinikum Würzburg und Mitentwickler der App Axia im Rahmen des Start-ups Applimeda, nahm den Peter-Müller-Innovationspreis 2026 von Prof. Dr. Martin Möckel von der Charité Universitätsmedizin Berlin entgegen. © DGIM / Sven Bratulic
Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW
Selfie von Marc Schmalzing, der den Arm um Patrick-Pascal Strunz gelegt hat - beide lachen in die Kamera
Die Würzburger Rheumatologen Patrick-Pascal Strunz (links) und Marc Schmalzing freuen sich über die gute Resonanz auf die App für Personen mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) - hier auf dem Europäischen Rheumatologie-Kongress (EULAR) im Juni 2025 in Barcelona. © Marc Schmalzing / UKW

Bayernweites Projekt zur Hepatitis-Elimination gestartet

Eine bayernweite Initiative will die Virusinfektionen Hepatitis B und C eliminieren. Koordiniert wird das vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mitfinanzierte Vorhaben durch das Universitätsklinikum Würzburg.

Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Würzburg. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt das Ziel, Virushepatitis bis zum Jahr 2030 zu eliminieren. Zentrale Zielmarken sind dabei unter anderem eine Behandlungsrate von 80 Prozent, 65 Prozent weniger Todesfälle sowie 90 Prozent weniger Neuinfektionen. Dazu startete im Februar dieses Jahres das bayernweite Projekt „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Geier, Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Das Vorhaben zur Elimination von Hepatitis B und C umfasst folgende Hauptmaßnahmen:

  • Aufklärung und Prävention,
  • Diagnose und Screening,
  • Screening-Aktionen für vulnerable Gruppen,
  • strukturierte und nachhaltige Organisation der Initiative,
  • Stärkung von Therapie und Behandlung durch Netzwerkarbeit.

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach sagte: „Es ist wichtig, verstärkt gegen Hepatitis vorzugehen. Deshalb unterstützen wir dieses Projekt. Der Freistaat Bayern stellt dafür aktuell Mittel in Höhe von 85.000 Euro zur Verfügung. Die Initiative ergänzt unseren bayerischen Masterplan Prävention, der mehr als 250 konkrete Maßnahmen enthält, um Gesundheitsförderung, Vorsorge und Früherkennung im Freistaat systematisch zu stärken.“ 

Bestehende Strukturen nutzen und vernetzen 

Laut Andreas Geier nutzt das Projekt bestehende Strukturen. Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes spielen die Gesundheitsämter in Bayern eine zentrale Rolle bei der Überwachung, Prävention und Bekämpfung von Hepatitis-Infektionen. Als zentrale Koordinatorin steuert Christina Löhner vom UKW die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und lokalen Organisationen, die Zugang zu vulnerablen Gruppen haben. Zu diesen gehören zum Beispiel Menschen mit intravenösem Drogenkonsum, mit Migrationshintergrund aus Hochprävalenzländern oder mit eingeschränktem Zugang zum Gesundheitssystem. „Die Testung dieser Personen erfolgt direkt vor Ort, um die Zielgruppen effektiv zu erreichen“, schildert Geier und fährt fort: „Außerdem wollen wir die Diagnostik im Rahmen der kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Versicherte bekannter machen und zusätzliche Behandlungskapazitäten schaffen.“

Das Vorhaben „Hepatitis-Elimination Bayern“ läuft bis Januar 2028. Interessierte kontaktieren die Projektkoordination unter E-Mail: hepatitiselimination@ukw.de.

Hepatitis B und C – kurz erklärt

Hepatitis B und C sind Virusinfektionen, die die Leber betreffen und oft lange unbemerkt bleiben. Beide können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Hepatitis B wird vor allem über Blut, durch Sexualkontakte und von der Mutter auf das Kind übertragen – eine Impfung schützt. Auch Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, etwa durch gemeinsam genutzte Spritzen. Deutlich weniger häufig wird eine sexuelle Übertragung von Hepatitis C berichtet. Eine Impfung gibt es nicht, aber moderne Medikamente können die Infektion in den meisten Fällen heilen. Frühe Tests und Behandlungen sind entscheidend. „Vor diesem Hintergrund ist die Hepatitis-Elimination eines der großen globalen Gesundheitsziele unserer Zeit“, ist sich Prof. Geier sicher. 

Text: Pressestelle / UKW

Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Genomischer „Arztbrief“ gegen resistente Myelomzellen

Beim Multiplen Myelom hinterlassen Therapien genetische Spuren – ihr Nachweis entscheidet, welche Therapien erneut wirksam sein können

Die beiden Forschenden stehen auf der Terrasse der Medizinischen Klinik II des UKW, im Hintergrund der Helikopter-Landeplatz
Christine Riedhammer und Leo Rasche vom Myelomzentrum des Uniklinikums Würzburg zeigen in einer multizentrischen Studie, wie sich Resistenzmechanismen beim hepta-refraktären Multiplen Myelom mithilfe der Gesamtgenomsequenzierung entschlüsseln lassen. © Kirstin Linkamp / UKW
Die Grafik zeigt eine Zusammenfassung, Circos plot, der genetischen Veränderungen bei 17 Myelom-Patientinnen und -Patienten, deren Tumorerbgut mit Whole Genom Sequencing vollständig untersucht wurde. Schwarze Linien markieren größere Umbauten zwischen verschiedenen Chromosomen. Blaue Bereiche stehen für zusätzliche Kopien von Erbgut, rote für verlorenes Erbgut. Im äußeren Ring sind Gene mit wichtigen Mutationen (rot und schwarz) sowie Veränderungen mit noch unklarer Bedeutung (grau) an ihrer jeweiligen Position im Erbgut dargestellt. © Quelle: Riedhammer, C., Truger, M., Lee, H. et al. The evolution to hepta-refractory myeloma involves sequential loss of CD38, BCMA and GPRC5D. Leukemia (2026). https://doi.org/10.1038/s41375-026-02889-3
Hier wurde ein modifizierter Arztbrief eines Patienten mit hepta-refraktärem Myelom den Ergebnissen des Whole-Genome-Sequencing der Myelomzellen gegenübergestellt, um die therapiebedingten „Spuren” im Tumorerbgut zu verdeutlichen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen auch, warum manche Folgetherapien wirkungslos geblieben sind: Die Schlüsselantigene, die als Angriffspunkte für die jeweiligen Therapien dienen, waren nicht mehr intakt. © Christine Riedhammer / UKW

Forschende des Uniklinikums Würzburg zeigen in einer multizentrischen Studie, wie sich Resistenzmechanismen beim hepta-refraktären Multiplen Myelom mithilfe der Gesamtgenomsequenzierung entschlüsseln lassen. Die in der Fachzeitschrift Leukemia veröffentlichte Studie belegt: Sind Zielantigene wie BCMA oder GPRC5D noch vorhanden, kann eine erneute Immuntherapie wirksam sein – ein wichtiger Schritt hin zu präziserer Therapieentscheidung selbst nach sieben Vortherapien.

Würzburg. Was wie ein frustrierender Behandlungsmarathon klingt, ist laut Prof. Dr. Leo Rasche vom Myelomzentrum des Uniklinikums Würzburg (UKW) eine echte Erfolgsgeschichte. Denn früher gab es kaum wirksame Therapien für das Multiple Myelom. Heute sitzen Patientinnen und Patienten vor einem, die sieben verschiedene Medikamentenklassen erhalten haben: Je zwei Proteasom-Inhibitoren und Immunmodulatoren, monoklonale und bispezifische Antikörper sowie eine CAR-T-Zelltherapie. „Das heißt, sie haben schon viele Jahre mit der Erkrankung gelebt und sind dank der schonenderen, neuartigen Immuntherapien relativ fit“, sagt Rasche. Doch was ist zu tun, wenn der Patient nach der siebten Therapie ein Rezidiv hat, der Krebs zurückgekehrt ist und therapeutisch am Ende der Fahnenstange angelangt ist? Leo Rasche und sein Team in der Medizinischen Klinik II des UKW haben den Begriff hepta-refraktär eingeführt, also resistent gegen sieben (griech. hepta) wichtige Behandlungsarten. 

Rasche forscht bereits seit Langem an den Resistenzmechanismen, die solche Rückfälle antreiben. Das Verständnis dieser Mechanismen ist entscheidend für die Entwicklung geeigneter Behandlungsstrategien. „Wichtig ist jedoch, unsere Erkenntnisse aus dem Elfenbeinturm auf die Straße zu bringen. Das ist uns jetzt mit unserer neuesten Studie gelungen, in der wir Whole-Genome-Sequencing mit Immunhistochemie kombiniert haben“, freut sich Leo Rasche. 

Myelom-Therapien hinterlassen Spuren im Genom 

Gemeinsam mit Dr. Christine Riedhammer und Partnerinnen und Partnern aus Würzburg, München, Hamburg, Heidelberg und dem kanadischen Calgary konnte er zeigen, dass zahlreiche Therapien des Multiplen Myeloms Spuren im Genom der Tumorzellen hinterlassen. Mithilfe der Gesamtgenomsequenzierung ließen sich komplexe Vortherapien rekonstruieren – man könnte es einen genomischen Arztbrief nennen. „Tatsächlich können wir für einige Therapien ganz klar sagen, dass man diese nicht noch einmal einsetzen muss. Der Tumor ist definitiv resistent dagegen. Bei anderen konnten wir jedoch noch Angriffspunkte für eine erneute Therapie entdecken, sodass eine Wiederholung durchaus Sinn macht“, berichtet Christine Riedhammer. Die Hämatoonkologin teilt sich mit Marietta Truger die Erstautorenschaft der in der nature-Fachzeitschrift Leukemia veröffentlichten Erkenntnisse.

Insgesamt wurden 37 Patientinnen und Patienten, bei denen alle verfügbaren Therapien ausgeschöpft waren, in die multizentrische Studie aufgenommen. Bei 17 von ihnen führte das Münchner Leukämielabor (MLL) eine Ganzgenomsequenzierung durch. 

Antigenverlust und Mutation bei der Hälfte der Patienten

Die Ergebnisse zeigen, dass bei etwa der Hälfte der Patientinnen und Patienten die Tumorzellen selbst die Resistenz verursachen. Das bedeutet, dass der Tumor durch Mutationen dafür gesorgt hat, dass die Immuntherapie nicht mehr wirkt. In diesem Fall spricht man von tumorintrinsischer Resistenzentwicklung. Bei der anderen Hälfte sind die Mechanismen hingegen noch völlig ungeklärt. Möglicherweise liegen diese in der Epigentik, im Immunsystem oder in der Mikroumgebung, also den gesunden Zellen in der Umgebung des Tumors. An dieser Stelle gibt es noch viel zu entdecken. 

Sind Zielantigene BCMA oder GPRC5D auf den Myelomzellen noch intakt, kann die Immuntherapie ein zweites Mal gegeben werden

Was bedeuten diese Erkenntnisse für die weitere Behandlung? Sind die Schlüsselantigene für die Immuntherapie noch intakt, kann diese ein zweites Mal gegeben werden. Das Protein BCMA ist der Angriffspunkt für CAR-T-Zellen und GPRC5D für einen bispezifischen Antikörper. „In unserer Kohorte am UKW haben alle Patientinnen und Patienten mit vorhandenen Antigenen auf die erneute Immuntherapie angesprochen und waren im Median neun Monate in Remission“, berichtet Christine Riedhammer. Bei der Therapie des Multiplen Myeloms gehe es letztendlich in erster Linie noch um eine Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität. 

Letztendlich veranschaulicht die Studie, wie dringend neue Therapien und genaue diagnostische Untersuchungen sind. Denn sie verdeutlicht noch einmal die genetische Komplexität des Multiplen Myeloms sowie die Tumor-Evolution. Jede Therapie, die die Tumorzelle überlebt, macht sie stärker. Die Tumorzelle kann immer leichter überleben und sich teilen, da sie die Tumorsuppressor-Gene sukzessive ausschaltet. Diese Gene sorgen normalerweise dafür, dass kein Tumor entsteht. „Dadurch wird die Biologie immer wilder und die Zellen immer entfesselter“, schildert Leo Rasche. Der Letztautor der Studie zeichnet das Bild einer völlig vernarbten, aber starken Myelomzelle, die durch den Kampf gegen die zahlreichen Medikamentenklassen noch stärker geworden ist. 

Hepta-refraktär ist das neue „Normal“ im klinischen Alltag 

In den letzten Jahrzehnten hat keine andere hämatologische Krebserkrankung mehr neue Medikamentenzulassungen erlebt als das Multiple Myelom, darunter einige der modernsten Wirkstoffklassen. Dennoch bleibt die Erkrankung bislang unheilbar. Patientinnen und Patienten, die gegenüber zwei immunmodulatorischen Substanzen (IMiDs), zwei Proteasom-Inhibitoren (PIs) und einem CD38-Antikörper resistent sind, werden als „penta-refraktär“ bezeichnet. Früher betrug ihr medianes Überleben nur 5,6 Monate. Durch das Aufkommen neuartiger Immuntherapien, wie CAR-T-Zellen und bispezifische T-Zell-aktivierende Antikörper (T-Cell Engagers, TCE), die gegen Plasmazell-Antigene wie BCMA und GPRC5D gerichtet sind, haben sich die Behandlungsergebnisse für diese Patientengruppe deutlich verbessert. Ein Drittel der Patientinnen und Patienten sind fünf Jahre nach der CAR-T-Zellbehandlung noch rezidivfrei. Bei den meisten Patienten konnten diese neuen Immuntherapien bislang jedoch kein dauerhaftes Überlebensplateau erreichen, viele erleiden letztlich einen Rückfall. Diese „hepta-refraktären“ Patienten (penta-refraktär plus Resistenz gegenüber BCMA- und GPRC5D-gerichteten Therapien) werden im klinischen Alltag zunehmend häufiger gesehen. Am UKW werden derzeit rund 40 hepta-refraktäre Patientinnen und Patienten betreut. Solange die Erkrankung nicht geheilt werden kann, wird dieses hepta-refraktäre Stadium laut Leo Rasche bald das neue „Normal“.

Publikation: Riedhammer, C., Truger, M., Lee, H. et al. The evolution to hepta-refractory myeloma involves sequential loss of CD38, BCMA and GPRC5D. Leukemia (2026). https://doi.org/10.1038/s41375-026-02889-3

Text: Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation 

Die beiden Forschenden stehen auf der Terrasse der Medizinischen Klinik II des UKW, im Hintergrund der Helikopter-Landeplatz
Christine Riedhammer und Leo Rasche vom Myelomzentrum des Uniklinikums Würzburg zeigen in einer multizentrischen Studie, wie sich Resistenzmechanismen beim hepta-refraktären Multiplen Myelom mithilfe der Gesamtgenomsequenzierung entschlüsseln lassen. © Kirstin Linkamp / UKW
Die Grafik zeigt eine Zusammenfassung, Circos plot, der genetischen Veränderungen bei 17 Myelom-Patientinnen und -Patienten, deren Tumorerbgut mit Whole Genom Sequencing vollständig untersucht wurde. Schwarze Linien markieren größere Umbauten zwischen verschiedenen Chromosomen. Blaue Bereiche stehen für zusätzliche Kopien von Erbgut, rote für verlorenes Erbgut. Im äußeren Ring sind Gene mit wichtigen Mutationen (rot und schwarz) sowie Veränderungen mit noch unklarer Bedeutung (grau) an ihrer jeweiligen Position im Erbgut dargestellt. © Quelle: Riedhammer, C., Truger, M., Lee, H. et al. The evolution to hepta-refractory myeloma involves sequential loss of CD38, BCMA and GPRC5D. Leukemia (2026). https://doi.org/10.1038/s41375-026-02889-3
Hier wurde ein modifizierter Arztbrief eines Patienten mit hepta-refraktärem Myelom den Ergebnissen des Whole-Genome-Sequencing der Myelomzellen gegenübergestellt, um die therapiebedingten „Spuren” im Tumorerbgut zu verdeutlichen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen auch, warum manche Folgetherapien wirkungslos geblieben sind: Die Schlüsselantigene, die als Angriffspunkte für die jeweiligen Therapien dienen, waren nicht mehr intakt. © Christine Riedhammer / UKW

Erste DiGA für entzündlich-rheumatische Erkrankungen zugelassen

Die Axia-App bietet eine strukturierte Bewegungstherapie und schließt damit die Versorgungslücke bei axialer Spondyloarthritis (axSpA)

Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW

Würzburg. Für „Apps auf Rezept“ wurde bereits im Dezember 2019 mit dem Digitalen-Versorgungs-Gesetz (DVG) ein rechtlicher Rahmen geschaffen. Seitdem können vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüfte Apps und webbasierte Therapieprogramme ärztlich verordnet und von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. Die App richtet sich speziell an Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA), die früher auch als Morbus Bechterew bezeichnet wurde.

Mit studentischem Enthusiasmus, wissenschaftlicher Expertise und Einbindung von Patientinnen und Patienten zum Erfolg

Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Würzburger Medizinstudierenden, der Rheumatologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) und der Selbsthilfeorganisation für axSpA. „Es verbindet studentischen Enthusiasmus, wissenschaftliche Expertise und die enge Einbindung der Patientinnen und Patienten auf besondere Weise, was seinen Erfolg erklärt“, erläutert Privatdozent Dr. Patrick-Pascal Strunz. Der Rheumatologe leitete die deutschlandweit randomisiert-kontrollierte klinische Studie, die eine signifikante Wirksamkeit der digitalen Therapiehilfe als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung zeigte. „Dass die Axia-App mit ihrer evidenzbasierten Bewegungstherapie nun analog zu einem Medikament durch Ärztinnen und Ärzte verordnungsfähig ist, ist ein bedeutender Meilenstein für die digitale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten mit axSpA. Damit wird eine bisherige Versorgungslücke geschlossen.“

Axia motiviert zu regelmäßiger Bewegung - ein zentraler Baustein der Therapie

Bei der axSpA handelt es sich um eine rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule und die Iliosakralgelenke betrifft und zu chronischen Rückenschmerzen führt. Neben entzündungshemmenden Medikamenten ist eine konsequente Bewegungs- und Physiotherapie eine der zentralen Säulen der leitliniengerechten Therapie. Im Versorgungsalltag kann diese jedoch häufig nicht ausreichend umgesetzt werden.

Verbesserte Beweglichkeit, weniger Schmerzen, mehr Lebensfreude

Axia unterstützt und motiviert die Patientinnen und Patienten effektiv dabei, ihre Behandlung aktiv mitzugestalten und regelmäßige Bewegung, die ein zentraler Baustein der Therapie ist, orts- und zeitunabhängig in den Alltag zu integrieren. Mithilfe der App konnten typische Krankheitssymptome wie Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit und Erschöpfung gelindert, die Beweglichkeit verbessert und die Lebensqualität deutlich gesteigert werden 

Den Studienteilnehmenden fielen alltägliche Aktivitäten wie Anziehen, Bücken oder längeres Gehen nach der Anwendung leichter. Viele von ihnen fühlten sich insgesamt aktiver, beweglicher und leistungsfähiger.

Patientenzentrierte Versorgungslösungen made in Würzburg

Die Zulassung ist nicht nur für die Patientinnen und Patienten ein Gewinn, sondern stellt auch einen großen Erfolg für die beteiligten Entwickler dar. Die Würzburger Medizinstudenten Maxime le Maire und Tobias Heusinger brachten gemeinsam mit dem Informatiker Robert Leppich im Rahmen ihres Start-ups Applimeda ihre Idee bis zur Marktreife. Dabei arbeiteten sie eng mit der Rheumatologie des UKW und der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew e. V. (DVMB) zusammen. 

Gemeinsam entwickelten sie mehr als 250 physiotherapeutisch angeleitete Übungsvideos, darunter sogenannte Alltagsroutinen. Dabei werden gezielte Dehn- oder Mobilisationsübungen in alltägliche Aktivitäten wie Zähneputzen oder Kaffeekochen integriert. Ein spielerisches Belohnungssystem mit Punkten, virtuellen Meilensteinen und dem Maskottchen „Bechto” sorgt zusätzlich für Motivation. Neben den Übungen umfasst die App auch informative Inhalte. In interaktiven Lernmodulen wird medizinisches Wissen zur Erkrankung sowie Tipps zu den Themen Ernährung, Medikamenteneinnahme, Begleiterkrankungen und Alltagserleichterungen vermittelt. Das Angebot wird durch Funktionen wie einen Symptom- und Medikamententracker, die Möglichkeit, Schrittzählerdaten einzubinden, sowie Entspannungsübungen ergänzt.

Zur axialen Spondyloarthritis (axSpA)

Der Begriff „axiale Spondyloarthritis“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „axial“ für Körperachse – hier vor allem Wirbelsäule und Kreuz-Darmbein-Gelenke –, „spondylo“ für Wirbel, „arthron“ für Gelenk und „itis“ für Entzündung zusammen. Es handelt sich also um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Gelenke, die vor allem die Wirbelkörper entlang der Körperachse betrifft. Sie tritt meist im jungen Erwachsenenalter, häufig vor dem 45. Lebensjahr, auf. Typisch sind schleichend beginnende, entzündliche Rückenschmerzen, die vor allem im Ruhezustand auftreten. In Deutschland sind schätzungsweise 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung betroffen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten sowie konsequenter Bewegung sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten.

Illustration mit feierndem Maskottchen Bechto (ein Wirbelkörper) sowie einer Hand, die ein Smartphone mit App Axia in der Hand hält und der Überschrift Axia ist erste Rheuma-DiGA.
Mit der Zulassung der in Würzburg entwickelten App „Axia“ für Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) steht nun erstmals eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in der Regelversorgung in Deutschland zur Verfügung. © UKW

Barbara Stamm-Gedächtnispreis: 5.000 Euro für psychoonkologische Beratung von Angehörigen

Wie Angehörige von Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs gezielt unterstützt werden können.

Seit acht Jahren trägt „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), erfolgreich Spendengelder zusammen, um damit möglichst viele vielversprechende onkologische Forschungsprojekte zu unterstützen. Am 20. November 2025 wurden bei einem Festakt Preisgelder in Höhe von insgesamt fast 235.000 Euro an 21 Würzburger Forschungsgruppen verteilt. 

Neben den 20 regulären Förderpreisen vergab die Stiftung erneut den im Jahr 2023 ins Leben gerufenen Barbara-Stamm-Gedächtnispreis. Die ehemalige Bayerische Landtagspräsidentin war bis zu ihrem Tod im Jahr 2022 Ehrenpräsidentin von „Forschung hilft“. Der mit 5.000 Euro dotierte, in diesem Jahr von der Weininger Immobiliengruppe finanzierte Sonderpreis soll gezielt patientenorientierte Forschungsprojekte würdigen, bei denen die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen im Mittelpunkt steht. Die Förderung geht in diesem Jahr an ein Unterstützungsprogramm, das Angehörigen dabei hilft, besser mit den emotionalen und praktischen Herausforderungen einer schweren Krebserkrankung bei Familienmitgliedern umzugehen.

CALM (Managing Cancer and Living Meaningfully)

Das interdisziplinäre BULA-Team (Unterstützung von Angehörigen von Lungenkrebspatienten durch eine psychoonkologische Beratung) besteht aus Expertinnen und Experten der Psychoonkologie und der Pneumologie, namentlich Dr. phil. Elisabeth Jentschke, Dr. med. Horst Hummel, Dr. med. Pius Jung, Julia Dusel, Pauline Fassler und Mario Zoll. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Angehörige von Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs gezielt zu unterstützen. 

Die Angehörigen sind mit enormen psychischen Belastungen konfrontiert, die oft nicht ausreichend beachtet werden. Diese Belastungen können die Lebensqualität erheblich einschränken und sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. Trotzdem gibt es bisher nur wenige strukturierte Unterstützungsangebote für diese wichtige Gruppe. Mit der randomisierten Kontrollstudie wird erstmals ein niedrigschwelliges, systematisches Unterstützungsangebot geschaffen, das sich speziell auf die Bedürfnisse der Angehörigen konzentriert. 

Mit emotionalen Herausforderungen umgehen

Durch eine manualisierte psychoonkologische Beratung auf Basis der CALM-Intervention bietet das Team eine effektive Unterstützung, die den Angehörigen hilft, mit den emotionalen, praktischen und existenziellen Herausforderungen umzugehen. 

CALM steht für Managing Cancer and Living Meaningfully und ist eine psychoonkologische Kurzzeitintervention, die Angehörige dabei unterstützt, besser mit den emotionalen und praktischen Herausforderungen einer schweren Krebserkrankung bei Familienmitgliedern umzugehen. In mehreren Gesprächen werden Themen wie Symptommanagement, Veränderungen im Selbstbild, Beziehungen, Sinnfindung und der Umgang mit Gedanken an die Zukunft – auch bei palliativen Situationen - behandelt. 

Durch CALM sollen Ängste und Depressionen bei Angehörigen reduziert und ihre Lebensqualität verbessert werden. Ferner soll evaluiert werden, ob eine gute Unterstützung der Angehörigen auch das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten positiv beeinflusst. 

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

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Direktor
Prof. Dr. med. Hermann Einsele

Sekretariat
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+49 931 201-40001

E-Mail

Direktor
einsele_h@ ukw.de

Fax

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Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums | Zentrum Innere Medizin (ZIM)| Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A3 | 97080 Würzburg | Deutschland