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Stiftung „Forschung hilft“: Förderpreisgelder unterstützen die Würzburger Krebsforschung

Die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unterstützt ein weiteres Mal den wissenschaftlichen Kampf gegen Tumorerkrankungen: Fünf Projekte erhalten insgesamt 77.500 Euro.

Der Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gründete Ende 2017 unter dem Namen „Forschung hilft“ eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Seither schüttet die Stiftung jährlich Förderpreisgelder an lokale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Nun wurden auch für das Jahr 2021 Mittel in einer Gesamthöhe von 77.500 Euro bereitgestellt.

 

Daran forschen die geförderten Teams

Aus den eingegangenen Forschungsanträgen wählte der externe und unabhängige wissenschaftliche Beirat der Stiftung – gebildet aus Experten der Uniklinika Essen, Jena und Regensburg – in diesem Jahr fünf Projekte aus, die jeweils mit Beträgen zwischen 10.000 und 17.500 Euro gefördert werden.

Unter den Förderungsempfängern ist die Arbeitsgruppe von Dr. Sabrina Prommersberger und Prof. Dr. Michael Hudecek, beide von der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg. Ihr Ziel ist es, die CAR-T-Zell-Therapie bei Multiplem Myelom noch effektiver und sicherer zu machen. Während die bisher eingesetzten CAR-T-Zellen üblicherweise nur einen CAR-Rezeptor aufweisen, entwickeln die Würzburger Forscherinnen und Forscher Varianten, die gleich zwei dieser Andockungspunkte auf ihrer Oberfläche tragen. So können die modifizierten Killerzellen Krebszellen noch genauer erkennen und bekämpfen.

 

Neue Krebsmodelle und Analyse der Knochenmarkarchitektur

Das Team von Prof. Dr. Andreas Beilhack, ebenfalls von der Medizinischen Klinik II, will aus Knochenmarkproben von Myelompatienten dreidimensionale Tumormodelle herstellen. Anhand dieser Modelle können subtile Veränderungen des Tumors analysiert und die bestmögliche Therapie eruiert werden. Mit daraus gewonnen Erkenntnissen sollen Tumormechanismen gezielt ausgeschaltet werden, die eine körpereigene Immunantwort unterdrücken.

Welche Zellstrukturen des Knochenmarks sind an der Resistenzbildung gegenüber neuen Immuntherapien beteiligt? Wie normalisiert sich das Knochenmark nach einer erfolgreichen Immuntherapie und schützt so vor einem Rückfall der Krebserkrankung? Welche Eigenschaften erlauben es Tumorzellen, eine Immuntherapie zu überleben? Antworten auf diese Fragen sucht die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dominic Grün, Lehrstuhlinhaber für „Computational Biology of Spatial Biomedical Systems“ an der Uni Würzburg, gemeinsam mit dem Team um Dr. Leo Rasche von der Medizinischen Klinik II. Als Schlüsseltechnologien kommen dabei die Einzelzell-mRNA-Sequenzierung und die Mikroskopie-basierte seqFISH-Methode zum Einsatz, kombiniert mit Methoden des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz.

 

Zucker und Protein im Fokus

Krebszellen sind, wie jede gesunde Zelle auch, von einem Mantel aus Zuckermolekülen umgeben. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Martin Kortüm von der Medizinischen Klinik II will herausfinden, wie die Veränderung der Zuckerstruktur auf Tumorzellen das Ansprechen auf eine Krebstherapie beeinflusst. Im Idealfall lassen sich Ansätze identifizieren, die für therapeutische Interventionen nutzbar sind.

Bösartige Tumorzellen, die sich aus ihrem Zellverband lösen, schaffen es, dem in solchen Fällen „üblichen“ programmierten Zelltod zu entgehen – eine wichtige Voraussetzung für die Bildung von Metastasen. Die Mechanismen, die Tumorzellen dafür einsetzen, sind weitgehend unbekannt. Eine wichtige Rolle scheint dabei das Protein CEACAM1 zu spielen. Das interdisziplinäre Forschungsteam um Dr. Florian Kleefeldt will die Signalwege aufdecken, über die CEACAM1 den programmierten Zelltod verhindert. Außerdem soll überprüft werden, ob sich das Protein als therapeutische Zielstruktur zur Prävention und Behandlung metastasierender Tumoren eignet.

 

Extrem schwierige Spendensituation

„Wir freuen uns sehr, dass es mit dem Abschluss des Jahres 2021 dann doch noch möglich war, Fördermittel auszuschütten“, berichtet Gabriele Nelkenstock vom Stiftungsrat von „Forschung hilft“. Lange Zeit sah es nicht danach aus, denn das Spendenaufkommen im vergangenen Jahr war sehr niedrig. Gabriele Nelkenstock sieht dafür eine Reihe von Gründen. So verhinderten nach ihren Worten die Infektionsschutzauflagen der Corona-Pandemie die bislang üblichen Benefizveranstaltungen, über die sonst vergleichsweise große Beträge generiert werden konnten. „Hinzu kommt, dass die Fokussierung auf die Probleme mit Covid-19 in den letzten beiden Jahren das Thema Krebs aus der öffentlichen Wahrnehmung spürbar herausgedrängt hat“, schildert Nelkenstock. Aus ihrer Sicht völlig zu Unrecht, denn nach aktuellen Zahlen muss man leider davon ausgehen, dass in Deutschland jede und jeder Zweite im Lauf seines Lebens an Krebs erkrankt. „Aus dieser Perspektive ist eine Spende für die Krebsforschung auch eine Investition in die gesundheitliche Zukunft – für einen selbst, wie auch für Angehörige, Freunde und Bekannte“, argumentiert die Vorsitzende des Stiftungsrates. Dass es am Ende glücklicherweise wieder mit einer Förderpreisvergabe klappte, lag laut Gabriele Nelkenstock maßgeblich an den Einnahmen durch ein erfolgreiches Crowd-Funding-Projekt in den letzten Wochen des vergangenen Jahres.

Mit den neuen fünf Vorhaben konnte die Stiftung bislang 24 Würzburger Projekte mit insgesamt 385.500 Euro fördern. Für den Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Matthias Frosch, war diese substanzielle Unterstützung bisher eine wichtige Grundlage für die Erfolge der Krebsforschung und Krebstherapie in Würzburg. Er erläutert: „Würzburg spielt in der Onkologie international in der ersten Liga. Die Einrichtung des Nationalen Centrums für Krebserkrankungen – abgekürzt NCT – ist hierfür ein sichtbares Beispiel, von dem insbesondere auch die Bevölkerung sowie die Patientinnen und Patienten aus der Stadt und dem Umkreis von Würzburg erheblich profitieren werden.“

 

Wer die Stiftung „Forschung hilft“ weiter voranbringen will, kann auf folgendes Konto spenden:

Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken Würzburg

IBAN: DE19 7905 0000 0000 0655 65

BIC: BYLADEM1SWU

 

 Statements der Förderpreisträgerinnen und -preisträger:

 

„Unser Team bedankt sich herzlich bei allen Förderern für ihren Beitrag an die Stiftung ‚Forschung hilft‘. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es uns, erforderliche und oftmals kostspielige Reagenzien anzuschaffen. So können wir unsere Arbeiten im Bereich des ‚Dualen Targetings‘ von Multiplen Myelomzellen mithilfe von CAR-T-Zellen vertiefen und die translationale Forschung auf diesem Feld vorantreiben. Gleichzeitig freuen wir uns sehr über die Anerkennung und die Aufmerksamkeit, die unsere Arbeit durch die Förderung erfährt – gerade jetzt in einer Zeit, in der auch wissenschaftliches Arbeiten durch Quarantänemaßnahmen, ungewohnte Lieferengpässe und -verzögerungen stark erschwert wird.“
Dr. Sabrina Prommersberger, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg

„Wir sind der Stiftung ‚Forschung hilft‘ sehr dankbar für die Unterstützung. In unserem Projekt betreten wir wissenschaftliches Neuland und können dank der Förderung nun die ersten Experimente durchführen. Wir wollen die dreidimensionale Architektur des Knochenmarks entschlüsseln und benötigen dafür kostenintensive Technologie, wie die Einzelzell-RNA-Sequenzierung und ein spezielles Mikroskop. Es ist für uns etwas ganz besonderes, Gelder aus Spenden verwenden zu dürfen. Es ist uns daher sehr wichtig, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst unmittelbar zu den Patientinnen und Patienten zurückkommen. Mittelfristig möchten wir die Therapie von Krebserkrankungen verbessern.“
Dr. Leo Rasche, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg, und Prof. Dr. Dominic Grün, Institut für Systemimmunologie der Uni Würzburg

„Wir möchten uns bei allen Spenderinnen und Spendern der Stiftung „Forschung hilft“ herzlich für ihre Unterstützung bedanken. Gerade in diesen Zeiten, in denen der Stellenwert von Wissenschaft und Forschung gesellschaftlich zum Teil kontrovers diskutiert wird, ist uns diese Förderung zusätzliche Motivation. In unserem Projekt untersuchen wir eine neue, potenzielle Zielstruktur zur Therapie metastasierender Tumore. Mithilfe der Projektförderung können wir nun die ersten Experimente und Untersuchungen durchführen, für die spezielle Kultivierungsbedingungen sowie zum Teil teure Inhibitoren und Analysereagenzien erforderlich sind. Wir hoffen, die erzielten Ergebnisse mittelfristig in die klinische Anwendung überführen zu können, um damit zu einer besseren Behandlung von Patientinnen und Patienten mit metastasierenden Tumorerkrankungen beizutragen.“
Dr. Florian Kleefeldt, Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Würzburg

„Es freut uns sehr, dass viele Menschen trotz der Pandemie und all der aktuellen Herausforderungen unsere Mission, Krebs durch die eigene Immunantwort zu bekämpfen mit ihrer persönlichen Spende unterstützen. Die aus Patientinnen und Patienten gewonnenen Tumormodelle sind ein wichtiger Schritt für eine maßgeschneiderte Krebstherapie.“
Prof Dr. Dr. Andreas Beilhack, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg

„Wir sind sehr stolz und dankbar für die großzügige Förderung der Stiftung ‚Forschung hilft‘. Diese ermöglicht es uns, unsere Forschung weiter voranzubringen, die das Ziel hat, die Entwicklung von Medikamentenresistenz in der Behandlung von Tumorerkrankungen besser zu verstehen. Die Covid-Pandemiesituation betraf in den letzten zwei Jahren alle Teile der Gesellschaft, auch die Krebsforschung. Die finanzielle Unterstützung durch die Stiftung ‚Forschung hilft‘ auch in dieser schwierigen Zeit ist uns eine große Motivation und hilft uns sehr, unsere Projekte zielstrebig fortzuführen, um die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen weiter zu verbessern.‘
Prof. Dr. Martin Kortüm, Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg

 

 

Bild Vertreter der Stiftung Forschung hilft bei der Förderpreis-Vergabe und Ärztlichen Direktor UKW
Von links: Prof. Dr. Paul Pauli, Prof. Dr. Matthias Frosch, Gabriele Nelkenstock, Barbara Stamm (Ehrenpräsidentin der Stiftung) und Prof. Dr. Hermann Einsele bilden zusammen mit dem abwesenden Oliver Jörg den Stiftungsrat der Stiftung „Forschung hilft“. Hinzu kommt Prof. Dr. Jens Maschmann, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg. Gemeinsam präsentieren sie die Förderurkunden für die jetzt unterstützten Krebsforschungsprojekte. Bild: Margot Rössler / Uniklinikum Würzburg

Drei weitere UKW-Fachzentren für Seltene Erkrankungen sind Teil der Europäischen Referenznetzwerke – auch die Med. II ist beteiligt

Europäische Referenznetzwerke sollen die Behandlung von Menschen mit Seltenen Erkrankungen verbessern. Durch die aktuelle Aufnahme von drei weiteren Fachzentren ist das Uniklinikum Würzburg jetzt an sieben dieser Netzwerke beteiligt. Bei den Neuzugängen geht es um seltene Bewegungsstörungen, angeborene Anämien und Blutplättchendefekte sowie primäre Immundefekte und autoinflammatorische Erkrankungen.

Um europaweit das Expertenwissen und die Ressourcen bei komplexen oder Seltenen Krankheiten zu bündeln, gibt es seit dem Jahr 2017 die sogenannten Europäischen Referenznetzwerke, kurz ERN. Insgesamt existieren 24 solche Netzwerke – an vier davon ist das Uniklinikum Würzburg (UKW) von Beginn mit Fachzentren beteiligt. Kürzlich wurden UKW-Zentren in drei weitere ERN aufgenommen. So ist jetzt das Zentrum für Seltene Bewegungsstörungen – geleitet vom Neurologen Dr. Thomas Musacchio – Teil des ERN für neurologische Krankheiten (ERN-RND). Das interdisziplinäre Zentrum für angeborene Blutzell-erkrankungen mit seinem Sprecher, Privatdozent Dr. Oliver Andres, gehört nun dem ERN für Bluterkrankungen (ERN EuroBloodNet) an. Der Kinder-Hämatologe hat ein Speziallabor aufgebaut, das Blutproben aus ganz Deutschland auf vererbbare Erkrankungen der roten Blutkörperchen untersucht. Als dritte Struktur ist das von dem Pädiater Privatdozent Dr. Henner Morbach geführte Zentrum für primäre Immundefekte und autoinflammatorische Erkrankungen beteiligt am ERN für Immundefizienz, autoinflammatorische und Autoimmunerkrankungen (ERN RITA).

Auch eine Anerkennung der Würzburger Expertise

Die Dachstruktur über den genannten Zentren ist das am UKW angesiedelte Zentrum für Seltene Erkrankungen – Referenzzentrum Nordbayern. Dessen Direktor, Prof. Dr. Helge Hebestreit, berichtet: „Für die Aufnahme dieser sogenannten B-Zentren mussten wir einen langen und aufwändigen Evaluierungsprozess der Europäischen Union durchlaufen.“ Der Stellvertretende Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik fährt fort: „Als Haupteffekt der Beteiligung können unsere Patientinnen und Patienten von der in den Netzwerken vereinigten, internationalen Fachkompetenz profitieren. Darüber hinaus drückt die Aufnahme in diese Struktur auch eine besondere, europaweite Anerkennung unserer eigenen Expertise aus.“

Neben den drei Neuzugängen sind UKW-Fachzentren seit bald fünf Jahren an den Netzwerken für seltene Hauterkrankungen (ERN Skin), für seltene Hormonstörungen (Endo-ERN), für seltene Krebserkrankungen im Erwachsenenalter (ERN EURACAN) sowie für seltene Lungenerkrankungen (ERN LUNG) beteiligt. 

 

Pressemittteilung "Uniklinikum Würzburg: Mit drei weiteren Fachzentren für Seltene Erkrankungen Teil der Europäischen Referenznetzwerke" herunterladen

Wie es mit dem Nationalen Tumorzentrum in Würzburg weitergeht

Seit September 2020 ist klar, dass in Bayern ein neuer Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen entstehen wird. Würzburg übernimmt die Federführung für den Verbund "WERA", in dem die Unikliniken Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg zusammenarbeiten.

WERA-Sprecher und Koordinator ist der Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II.Die Main-Post schreibt dazu: „Die Nachricht fühlte sich vor einem Jahr an wie ein Ritterschlag für die Krebsmedizin in Würzburg“. Zwischenzeitlich haben sich die künftigen Standorte abgestimmt, Schwerpunkte und Ziele definiert und einen 200-seitigen Antrag erarbeitet, der bis Jahresende beim Bundesforschungsministerium einzureichen ist. Ab dem Spätsommer 2022 könnten die „Gelder fließen und der Auf- beziehungsweise Ausbau in den Standorten beginnen“, so die Main-Post weiter.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf www.mainpost.de: "Nationales Tumorzentrum Würzburg: Wie es jetzt weitergeht" (kostenpflichtig)

Erfolgreiche Sonderforschungsbereiche der Medizinischen Klinik II

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Förderzusagen für drei Sonderforschungsbereiche (SFB) mit Beteiligung der Medizinischen Klinik II gemacht.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Förderzusagen für drei Sonderforschungsbereiche (SFB) mit Beteiligung der Medizinischen Klinik II gemacht. Mehr als zwölf Millionen gehen an den neuen SFB/Transregio „LETSIMMUN – Lymphozyten Engineering für Therapeutische Synthetische Immunität“. Der seit 2013 bestehende SFB/Transregio „Netzwerke der Interaktion zwischen pathogenen Pilzen und ihren menschlichen Wirten – FungiNet“ wird für weitere vier Jahre mit knapp zehn Millionen Euro gefördert. Ebenfalls verlängert wurde die Förderung für den SFB/Transregio „Steuerung der Transplantat-gegen-Wirt- und Transplantat-gegen Leukämie-Immunreaktion nach allogener Stammzelltransplantation“, der seit 2017 besteht.

Zur Pressemitteilung des UKW

Zur Pressemitteilung der Universität Würzburg

Zu den Sonderforschungsbereichen mit Beteiligung der Universitätsmedizin Würzburg

 

 

Lehrpreis der „Arbeitsgemeinschaft Universitärer Gastroenterologen (AUG) geht an PD Dr. med. Alexander Hann

PD Dr. med. Alexander Hann hat den Lehrpreis 2021 der „Arbeitsgemeinschaft Universitärer Gastroenterologen (AUG)“ für sein Projekt „Medizinische Lehre in Virtual Reality mittels EVENT (Easy VR EducatioN Tool)“ erhalten.

Der Preis soll einen Anreiz für neue wirkungsvolle Lehrformate bieten, um die universitäre Lehre im Bereich Gastroenterologie zu verbessern, so die Initiatoren.

Bei der Vergabe waren Originalität und Innovation, vor allem aber die Wirksamkeit der Lehrformate für angehende Medizinerinnen und Mediziner wichtig. Ein Fokus lag angesichts der Pandemie auf digitalen Formaten.

Rückblick auf das 4. Digitale Myelom-Forum

Im Folgenden finden Sie die Vorträge als Videomitschnitte.

"Neue Therapiemöglichkeiten beim Multiplen Myelom", Prof. Dr. med. Hermann Einsele, Universitätsklinikum Würzburg
"Durch Medikamente induzierte Kiefernekrosen vermeiden", Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Alexander Kübler, Universitätsklinikum Würzburg
"Was können Patient*innen mit Myelom selbst beitragen, um ihren Heilungsprozess zu unterstützen?", Prof. Dr. med. Franziska Jundt, Universitätsklinikum Würzburg
"Aktuelle radiologische Diagnostik beim Myelom", Prof. Dr. med. Thorsten Bley, Universitätsklinikum Würzburg
"COVID Impfung beim immunsuppressiver Therapie", Prof. Dr. med. Lars Dölken, Universität Würzburg
"Neue Möglichkeiten der Nuklearmedizin in der Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms", Prof. Dr. med. Andreas Buck, Universitätsklinikum Würzburg

Weltweit oft zitierte Forscher – Prof. Dr. Hermann Einsele, Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II

Ihre Arbeiten werden von anderen außergewöhnlich oft zitiert: Vier Forscher der Universität erhalten dafür das Prädikat „Highly Cited Researcher“.

Zum wiederholten Male finden sich drei Professoren der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in der Liste der Highly Cited Researchers: der Mediziner Hermann Einsele, der Biophysiker Rainer Hedrich sowie der RNA-Forscher und Infektionsbiologe Jörg Vogel. Erstmals in der Liste vertreten ist der Zellforscher Dr. José Pedro Friedmann Angeli.

Das auf Zitationsdaten spezialisierte Unternehmen Clarivate Analytics hat die aktuelle Highly-Cited-Liste erstellt und am 16. November 2021 veröffentlicht. Grundlage der Auswertung ist laut Clarivate die Datenbank Web of Science. Für 2021 hat das Analyseteam den Zeitraum von Anfang 2010 bis Ende 2020 betrachtet.

Als häufig zitiert gelten Publikationen, die in ihrem Erscheinungsjahr zu den ein Prozent meistzitierten ihres Fachgebiets gehören. Nur wer gleich an mehreren solchen Highly Cited Papers beteiligt ist, wird in den exklusiven Kreis der Highly Cited Researchers aufgenommen. 2021 besteht dieser Kreis aus 6.600 Persönlichkeiten weltweit.

Physiker unter den Citation Laureates

Neben der Liste mit den Highly Cited Researchers führt Clarivate Analytics eine weitere Liste mit sogenannten Citation Laureates. Diese kommen aus Sicht der Fachleute für den Nobelpreis in Frage. Dort wird seit 2014 der JMU-Physiker Laurens Molenkamp geführt. Um für diese Liste in Betracht gezogen zu werden, müssen Wissenschaftler über Veröffentlichungen verfügen, die mehr als 1.000 Mal zitiert wurden. Außerdem müssen ihre Arbeiten mit einer bedeutenden Entdeckung oder einem nobelpreiswürdigen Fortschritt verbunden sein.

Gratulation vom Universitätspräsidenten

JMU-Präsident Paul Pauli gratuliert den Forschern: „Dass Würzburger Wissenschaftler wiederholt zu den Highly Cited Researchers und Citation Laureates rechnen, ist ein eindrucksvoller Beleg der internationalen Sichtbarkeit unserer Universität. Die Ausgezeichneten gehören zu den weltweit am häufigsten zitierten Forschern auf ihrem Gebiet. Meinen Glückwunsch!“

Prof. Dr. Hermann Einsele

Der Leiter des Lehrstuhls für Innere Medizin II und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II beschäftigt sich mit der Stammzelltransplantation gegen Blutkrebs und das Multiple Myelom und Infektionserkrankungen bei immunabwehrgeschwächten Patienten. Unter seiner Leitung laufen immuntherapeutische Studien für viele Tumorerkrankungen. Einsele hat eine Krebstherapie mit spezifisch veränderten Immunzellen entwickelt und diese erstmals in Europa klinisch eingesetzt. An Auszeichnungen erhielt er unter anderen: 2003 den van Bekkum Award der Europäischen Gesellschaft für Zell- und Stammzelltherapie, 2012 Nobel Lecture Stem Cell Biology/Transplantation, Nobel Forum Karolinska Institute Schweden. 2014 wurde er als Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen. Er ist Co-Sprecher der Sonderforschungsbereiche 124 und 338 sowie Sprecher des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen WERA mit Hauptstandort Würzburg.

Dr. José Pedro Friedmann Angeli

Der Juniorgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging ist ein Pionier auf dem Gebiet der Ferroptose. Dabei handelt es sich um eine Form des Zelltods, deren Beteiligung an immer mehr physiologischen und krankhaften Prozessen im Organismus zunehmend klar wird. Die Arbeit in seiner Gruppe zielt darauf ab, diejenigen Stoffwechselwege zu verstehen und zu nutzen, die die Ferroptose-Empfindlichkeit regulieren. Das langfristige Ziel dieser Forschung ist es, Krebsarten wie B-Zell-Malignome, Melanome und Neuroblastome, die von Natur aus empfindlich für die Ferroptose sind, gezielt beeinflussen zu können.

Prof. Dr. Rainer Hedrich

Der Leiter des Lehrstuhls für Botanik I – Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik gilt als einer der Väter der Erforschung der elektrischen Signalübertragung bei Pflanzen. In der Liste der oft zitierten Forscher wird er fortlaufend seit 2003 geführt, ein Gradmesser für zwei Jahrzehnte herausragende Forschungsleistung an der Universität. Hedrich war weltweit der erste, der im Labor von Nobelpreisträger Erwin Neher die Arbeitsweise pflanzlicher Ionenkanäle bestimmte. Im Projekt „Carnivorom“, gefördert vom Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Grant, analysiert er fleischfressende Pflanzen. Dabei entdeckte er unter anderem, dass die Venus-Fliegenfalle die Berührungen mit ihrer Beute zählt und die Falle erst nach einer ausreichenden Zahl von Reizen zuschnappen und verdauen lässt. Um herauszufinden, wie die Pflanze zählt, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Hedrich mit dem renommierten Koselleck-Forschungspreis.

Prof. Dr. Jörg Vogel

Der Direktor des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung und Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie an der Medizinischen Fakultät der JMU erforscht regulatorische RNA-Moleküle in bakteriellen Krankheitserregern wie Salmonellen und Fusobakterien. Seine Arbeitsgruppe entwickelt neue, auf Hochdurchsatzsequenzierung beruhende Methoden, um RNA-Moleküle in hoher Auflösung zu erfassen und deren Wirkmechanismen zu verstehen. Der Biochemiker und Leibniz-Preisträger von 2017 ist gewähltes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) und der Europäischen Molekularbiologie-Organisation EMBO.

Prof. Dr. Laurens Molenkamp

Dem Leiter des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III gelang 2007 die Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts. Molenkamp war außerdem der erste, der die neue Materialklasse der topologischen Isolatoren experimentell realisieren konnte. Seit seinem Durchbruch wird auf diesem Gebiet weltweit intensiv geforscht. Molenkamp erhielt unter anderem 2011 und 2017 jeweils mit 2,5 Millionen Euro dotierte ERC Advanced Grants und 2014 den Leibniz-Preis. 2017 kam die Stern-Gerlach-Medaille hinzu, die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

 

einBlick - Das Online Magazin der Universität Würzburg vom 16.11.2021

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