Schwerpunkte der Forschung
Der Forschungsschwerpunkt der Abteilung für Klinische Immunologie / Rheumatologie umfasst die Modulation des B-Zell-Repertoires in Autoimmunerkrankungen. Spezifische Themen sind die Modulation des Memory-B-Zell-Kompartiments durch neuartige Zytokin-Targets. Weitere Themen sind die Immunrekonstitution bei Patientinnen und Patienten mit immunologischen Erkrankungen, intensivere Formen der Immunsuppression wie autologe Stammzelltransplantation, kardiovaskuläre Komorbidität bei Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis, die Entwicklung von Biomarkern für die Überwachung der Behandlung von Autoimmunerkrankungen und die pathologische Immunregulierung in der systemischen Sklerose.
Zelluläre Therapien bei Autoimmunerkrankungen
Der Schwerpunkt Rheumatologie/Klinische Immunologie ist Referenzzentrum für die autologe Stammzelltransplantation bei Autoimmunerkrankungen, insbesondere bei der systemischen Sklerose. Durch die Mitwirkung in der Kommission für Zelluläre Therapie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) sowie in der Autoimmune Diseases Working Party der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) gestaltet der Schwerpunkt nationale und internationale Leitlinien aktiv mit.
Im Fokus der Forschung stehen neben der etablierten autologen Stammzelltransplantation zunehmend innovative zelluläre Therapieverfahren. Hierzu zählen insbesondere CAR-T-Zell-Therapien sowie Behandlungsansätze mit bispezifischen Antikörpern. Ziel ist es, neue therapeutische Strategien für Patientinnen und Patienten mit schweren oder therapierefraktären Autoimmunerkrankungen zu entwickeln und deren Wirksamkeit sowie Sicherheit wissenschaftlich zu evaluieren.
Autologe Stammzelltransplantation
Die autologe Stammzelltransplantation verfolgt das Ziel eines immunologischen Neustarts. Nach einer intensiven Immunsuppression wird das Immunsystem mithilfe körpereigener Blutstammzellen neu aufgebaut. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten führt dieses Verfahren dazu, dass nach der Transplantation auf rheumatologische Medikamente verzichtet werden kann oder deutlich mildere Medikamente eingesetzt werden können.
Bei der systemischen Sklerose erzielt die autologe Stammzelltransplantation Ergebnisse, die bislang mit keinem anderen etablierten Therapieverfahren erreicht werden. Aufgrund des relevanten Nebenwirkungsrisikos ist sie jedoch Patientinnen und Patienten mit schweren, therapierefraktären Krankheitsverläufen vorbehalten.
CAR-T-Zell-Therapien
Auch CAR-T-Zell-Therapien zielen auf eine nachhaltige Reprogrammierung des Immunsystems ab, greifen jedoch deutlich selektiver in immunologische Prozesse ein. Im Gegensatz zur autologen Stammzelltransplantation werden gezielt bestimmte Zellpopulationen – vor allem B-Zellen und Plasmazellen – adressiert. Hierfür werden patienteneigene T-Zellen oder NK-Zellen gentechnisch so verändert, dass sie krankheitsrelevante Immunzellen gezielt erkennen und eliminieren.
Erste klinische Studien zeigen, dass auch mit diesem Therapieansatz langanhaltende therapiefreie Remissionen erreicht werden können. Aufgrund des selektiveren Wirkmechanismus weist die CAR-T-Zell-Therapie ein günstigeres Sicherheitsprofil auf als die autologe Stammzelltransplantation. Der Einsatz bei Autoimmunerkrankungen befindet sich jedoch noch in der klinischen Prüfung.
Bispezifische Antikörper
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt sind Therapien mit bispezifischen Antikörpern. Diese bringen T-Zellen gezielt mit krankheitsrelevanten Zellen des Immunsystems in Kontakt und ermöglichen dadurch deren effektive Elimination.
Auch für diesen Therapieansatz liegen vielversprechende Ergebnisse vor. Selbst Patientinnen und Patienten, die auf etablierte Behandlungsverfahren nicht mehr angesprochen haben, konnten in ersten Studien von der Therapie profitieren. Derzeit werden diese vielversprechenden Erkenntnisse im Rahmen klinischer Studien weiter untersucht.
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