In dem Projekt „Stärkung der Immunantwort gegen das Multiple Myelom durch neuartige TNFRSF-Aktivatoren“ untersuchen die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack und Prof. Dr. Harald Wajant neue Wirkstoffe. Diese sollen erschöpfte T-Zellen im Tumormilieu wieder aktivieren und somit die Wirksamkeit moderner Immuntherapien, wie beispielsweise CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper, erhöhen.
Beim Multiplen Myelom, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, stehen heute bereits hochwirksame Immuntherapien zur Verfügung. Dennoch kommt es bei vielen Patientinnen und Patienten zu Rückfällen. Ein wesentlicher Grund dafür ist das sogenannte Tumormikromilieu (TME) – die unmittelbare Umgebung des Tumors, die beim Multiplen Myelom stark immunsuppressiv wirkt. Das TME bremst die körpereigenen Abwehrzellen aus und führt insbesondere zu einer zunehmenden Erschöpfung der für die Tumorbekämpfung wichtigen T-Zellen. Dadurch können selbst moderne Immuntherapien wie CAR-T-Zellen oder bispezifische Antikörper ihre volle Wirkung häufig nicht entfalten.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt der Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack und Prof. Dr. Harald Wajant aus der Medizinischen Klinik und Poliklinik II an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen neu entwickelte TNFRSF-Agonisten (TNFRSF = TNF-Rezeptor-Superfamilie), innovative Eiweißmoleküle, die gezielt stimulierende Signale an Immunzellen vermitteln und diese dadurch wieder aktivieren sollen. Diese sogenannten „dritten Signale“ sollen erschöpfte T-Zellen und andere Effektorzellen dabei unterstützen, ihre antitumorale Funktion auch im schwierigen Umfeld des Tumors aufrechtzuerhalten.
Ihre Wirksamkeit wird in einem innovativen, patientenbasierten 3D-Knochenmark-Myelom-Modell untersucht. Dieses bildet die komplexe menschliche Knochenmarknische mit Tumorzellen, Immunzellen, Endothel- und Stromazellen besonders realitätsnah ab und ermöglicht es, neue Wirkstoffe unter Bedingungen zu testen, die der Situation im Patienten deutlich näherkommen als klassische Zellkulturen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob die TNFRSF-Agonisten die Wirksamkeit von CAR-T-Zellen und bispezifischen Antikörpern verstärken können. Ziel ist es, die immunsuppressive Schutzumgebung des Tumors gezielt zu überwinden, die Wirksamkeit moderner Immuntherapien zu steigern und damit eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer, nachhaltiger Behandlungsmöglichkeiten beim Multiplen Myelom zu schaffen.
