CAR-T-Zelltherapie auf der MS Wissenschaft 2026
Besucherinnen und Besucher können bei uns spielerisch erleben, wie moderne Immuntherapien Tumorzellen erkennen und bekämpfen.
Forschung hautnah erleben: Wie erhält die T-Zelle ihre Superkraft?
Die CAR-T-Zelltherapie hat die Behandlung von Blutkrebs grundlegend verändert. Dabei werden körpereigene T‑Zellen so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und bekämpfen. Anders als eine Chemotherapie schont diese Therapie gesundes Gewebe und wird individuell auf die Tumorzellen abgestimmt.
An unserem Exponat lernen die Gäste die Grundlagen der CAR-T-Zelltherapie kennen:
Eine T-Zelle trifft im Blutkreislauf auf eine Tumorzelle. Mit dem richtigen DNA-Baustein im Bauplan eines CAR erhält sie ihre „Superkraft“: die Fähigkeit, Krebszellen gezielt zu zerstören. Auf dem Touchscreen entsteht so in wenigen Minuten ein anschauliches Verständnis dafür, wie genetisch veränderte T-Zellen Tumoren bekämpfen.
Zusätzlich zeigt ein simuliertes Mikroskop in kurzen Videos, wie CAR-T-Zellen Tumorzellen angreifen. So entsteht eine Verbindung zwischen dem spielerischen, digitalen Erlebnis und realen Einblicken in die Forschung.
Das Exponat wird unterstützt vom Comprehensive Cancer Center Allianz WERA (CCC WERA), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA, der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, PlasmidFactory GmbH, Miltenyi Biotec und Johnson & Johnson.
Informationen für Patientinnen und Patienten
Die CAR-T-Zelltherapie ist aktuell vor allem für Patientinnen und Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs (z. B. akute lymphatische Leukämie, B-Zell-Lymphome, Multiples Myelom) oder Lymphdrüsenkrebs zugelassen. Seit 2018 ist sie eine mögliche Alternative, wenn andere Behandlungsmethoden wie Chemotherapie oder Bestrahlung nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht geeignet sind. Die Therapie wird immer individuell geprüft und ist nicht für alle Krebsarten oder -stadien geeignet. Aktuell wird intensiv geforscht, um die Therapie auch auf solide Tumore (z. B. Brust-, Eierstock- oder Lungenkrebs) auszuweiten und somit einer größeren Anzahl von Patientinnen und Patienten helfen zu können.
An wen kann ich mich wenden, um mich über die Therapie zu informieren?
- Ihr behandelnder Onkologe oder Ihre Onkologin: Die erste Anlaufstelle ist immer Ihr Behandlungsteam. Sie können Ihnen erklären, ob die CAR-T-Zelltherapie für Sie infrage kommt und welche Schritte nötig sind.
- Spezialisierte Zentren: Die Therapie wird nur an zertifizierten Zentren durchgeführt, die über Erfahrung mit CAR-T-Zelltherapien verfügen. Ihr Behandlungsteam kann Sie an solche Zentren überweisen.
- Patientenorganisationen: Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe (www.krebshilfe.de) oder die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (www.leukaemie-hilfe.de) bieten unabhängige Informationen und Beratung.
- Online-Plattformen: Auf englischsprachigen Plattformen wie T2evolve (t2evolve.com/information-for-patients) finden Sie detaillierte Erklärungen zur Therapie.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich Interesse an einer CAR-T-Zelltherapie habe?
- Sprechen Sie mit Ihrem Onkologen/Ihrer Onkologin: Sie können prüfen, ob die Therapie für Sie infrage kommt, und Sie an ein spezialisiertes Zentrum überweisen.
- Kontaktieren Sie ein CAR-T-Zentrum: In Deutschland gibt es mehrere Universitätskliniken und spezialisierte Zentren, die CAR-T-Zelltherapien anbieten. Beispiele sind:
- Universitätskliniken: Würzburg, Heidelberg, Leipzig und viele andere. (www.ukw.de, www.klinikum.uni-heidelberg.de, www.uniklinikum-leipzig.de, Übersicht: www.car-t-cell.com)
- Weitere Zentren finden Sie über die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) (www.dgho.de).
- Klinische Studien: Falls die Therapie für Ihre Krebsart noch nicht zugelassen ist, können Sie nach laufenden klinischen Studien fragen. Ihr Behandlungsteam oder Plattformen wie ClinicalTrials.gov helfen bei der Suche.
Die MS Wissenschaft
Seit 2002 tourt das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft durch Deutschland. An Bord befinden sich rund 30 Exponate zu aktuellen Forschungsthemen. Jährlich besuchen etwa 100.000 Menschen, darunter viele Schulklassen und Familien, die Ausstellung.
Von Mai bis September 2026 macht das Schiff in etwa 30 deutschen Städten Halt. Besucherinnen und Besucher können dort die Ausstellung zum Thema „Medizin der Zukunft“ erleben und mehr über innovative Therapien wie die CAR-T-Zelltherapie erfahren.

