DLL3 als Wegweiser für die personalisierte Immuntherapie bei neuroendokrinen Tumoren

5.000 Euro Förderung durch Stiftung Forschung hilft

In dem Projekt „Beeinflussung der DLL3-Expression durch Systemtherapien bei neuroendokrinen Neoplasien“ untersucht die Arbeitsgruppe von PD Dr. Alexander Weich aus der Gastroenterologie, wie sich Chemotherapien auf die DLL3-Expression neuroendokriner Tumorzellen auswirken. Das Ziel besteht darin, den optimalen Zeitpunkt für eine anschließende DLL3-gerichtete Immuntherapie besser bestimmen und Behandlungen individueller abstimmen zu können.

Hochgradige neuroendokrine Tumoren gehören zu den besonders aggressiven Krebserkrankungen. Wenn die Erkrankung nach einer ersten Chemotherapie fortschreitet, sind die Behandlungsmöglichkeiten bislang begrenzt. Neue Therapien, die sich gezielt gegen das Oberflächenmolekül DLL3 auf den Tumorzellen richten, eröffnen deshalb neue Hoffnung – doch ihre Wirksamkeit hängt davon ab, dass ausreichend DLL3 auf den Krebszellen vorhanden ist.

Genau hier setzt die Arbeitsgruppe um PD Dr. Alexander Weich, Leiter des Zentrums für Neuroendokrine Tumoren (NET), an. Sie untersucht, ob und wie gängige Chemotherapien die Menge von DLL3 auf neuroendokrinen Tumorzellen verändern. Denn wird DLL3 durch die Behandlung vermindert, könnte eine anschließend eingesetzte DLL3-gerichtete Immuntherapie weniger gut wirken. Eine Zunahme der DLL3-Menge könnte dagegen ein günstiges Zeitfenster für einen Wechsel der Therapie eröffnen.

Dazu werden verschiedene neuroendokrine Tumormodelle mit klinisch eingesetzten Chemotherapien behandelt und die DLL3-Menge vor und nach der Behandlung bestimmt. Ergänzend kommen patientenabgeleitete Organoide zum Einsatz – im Labor gezüchtete Mini-Tumormodelle, die die Eigenschaften der ursprünglichen Tumoren möglichst realitätsnah abbilden. Auch Proben aus der klinischen NENReg-Kohorte des UKW sollen einbezogen werden.

Ziel ist es, besser zu verstehen, wann eine DLL3-gerichtete Immuntherapie besonders erfolgversprechend sein könnte. Die Ergebnisse könnten langfristig helfen, Chemotherapie und Immuntherapie nicht nur nach festen Behandlungsschemata, sondern abhängig von der individuellen Entwicklung des Tumors aufeinander abzustimmen.

Am UKW werden DLL3-gerichtete Therapien bereits im Rahmen klinischer Studien eingesetzt. Dadurch können neue Erkenntnisse aus dem Labor direkt mit klinischen Daten verknüpft und perspektivisch in die Behandlung übertragen werden. Langfristig könnte daraus ein Verlaufsmonitoring entstehen, das anhand der DLL3-Ausprägung dabei hilft, für jede Patientin und jeden Patienten den günstigsten Zeitpunkt für den Wechsel zu einer DLL3-gerichteten Immuntherapie zu bestimmen.

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten

Sekretariat
Montag bis Donnerstag
08:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Freitag
08:00 Uhr bis 13:30 Uhr

Telefon

Sekretariat
Antonie Weißenberger / Patienten- und Zuweiserangelegenheiten
+49 931 201-40201

Michaela Heyder / Kurzliegerstation 
+49 931 201-40248

  

E-Mail

Prof. Dr. med. Alexander Meining
meining_a@ukw.de

Sekretariat
gastro_mp@ ukw.de

Endoskopische Folgetermine
termin_endo@ ukw.de 


Anschrift

Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Zentrum Innere Medizin (ZIM)
Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A4 | 97080 Würzburg | Deutschland