Mitotane und Blutungsrisiko: Wie sich Komplikationen beim Nebennierenkarzinom verhindern lassen

Mitotane und Blutungsrisiko: Wie sich Komplikationen beim Nebennierenkarzinom verhindern lassen

In dem Projekt „Ursachen und Therapie von Blutungskomplikationen beim Nebennierenkarzinom unter Mitotane-Therapie“ möchte Dr. Lukas Weiß von der Medizinischen Klinik I und dem Institut für Experimentelle Biomedizin gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe die Auswirkungen von Mitotane auf die Blutgerinnung und die Thrombusbildung bei Patienten mit Nebennierenrindenkarzinom untersuchen. Das Ziel besteht darin, Blutungskomplikationen zu reduzieren sowie besser zu therapieren und so die Versorgung der Patienten zu verbessern.

Das Nebennierenrindenkarzinom ist eine seltene und aggressive Krebserkrankung, deren Behandlung durch begrenzte Therapieoptionen erschwert wird. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist der Wirkstoff Mitotane. Mitotane kann erhebliche Nebenwirkungen verursachen – darunter Blutungsereignisse, die insbesondere Operationen und andere Eingriffe erschweren. Warum Mitotane die Blutgerinnung beeinträchtigt, ist bislang nicht bekannt. 

Dr. Lukas Weiß, der an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I und dem Institut für Experimentelle Biomedizin des UKW arbeitet, will deshalb mit seiner Arbeitsgruppe die Ursachen dieser Blutungsneigung genauer entschlüsseln. Erste Untersuchungen zeigen, dass Mitotane die Funktion von Blutplättchen (Thrombozyten) beeinträchtigt: Sie lassen sich schlechter aktivieren und können keine stabilen Blutgerinnsel bilden, die bei einer Gefäßverletzung die Gefäßwand abdichten. Die Daten der Arbeitsgruppe zeigen, dass Mitotane insbesondere in die Zellatmung der Thrombozyten eingreift.

Die Forschenden wollen nun untersuchen, welche molekularen und zellulären Prozesse hinter diesen Veränderungen stehen und wie sie die Blutstillung beeinflussen. Dafür analysieren sie Blutproben von Patientinnen und Patienten mit Nebennierenrindenkarzinom und untersuchen die Funktion ihrer Thrombozyten. Ergänzend werden gesunde Blutplättchen im Labor mit Mitotane behandelt sowie Zellkulturmodelle eingesetzt, um auch die Bildung und Reifung von Thrombozyten zu untersuchen.

Langfristig sollen aus den Erkenntnissen neue Möglichkeiten entstehen, Blutungskomplikationen unter Mitotane frühzeitig zu erkennen, zu verhindern oder gezielt zu behandeln. Da bereits zugelassene Medikamente gegen bestimmte Thrombozytenfunktionsstörungen verfügbar sind, könnten vielversprechende Ansätze vergleichsweise schnell in klinischen Studien geprüft werden.

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